Sie wollen gute Texte!

Martina Decker BeraTina

Sie sind Text(er)Sucher?

Ich präsentiere Ihr Angebot oder Ihre Geschichte mit einem individuellen Text
Ich suche mit Ihnen nach frischen Formulierungen für bestehende Texte und passe bei Bedarf die Struktur an.
Für Ihre persönliche Kundenkommunikation erstelle ich in enger Absprache mit Ihren Bedürfnissen Gesprächsleitfaden oder Feedbackformulare.

Sie sind TextSelbermacher?

Ich gebe Anregungen und Unterstützung, damit Sie Text oder Manuskript leserfreundlich und zielgruppenorientiert konzipieren können. Das gilt auch für Abschluss- oder Facharbeiten.
Auf Wunsch lektoriere ich Ihren Text.

Sie sind Vertreter*in einer Bildungseinrichtung?

In meinen Workshops arbeite ich mit authentischen Aufgabenszenarios. Sie ermöglichen ein praxisorientiertes und nachhaltiges Lernen. Meine Didaktik und Methodik orientieren sich am aktuellen Stand der Schreib- und Lernforschung.

Sie suchen eine Referentin zum Thema Schreiben?

Vom allgemeinen Überblick bis zu speziellen Themenbereichen wie optimale und zeitsparende schriftliche Bürokommunikation ist vieles möglich.

Sie suchen gute Unterhaltung für viele oder für sich?

Als Autorin verbinde ich Leben und Fantasie zu unterhaltsamen, manchmal auch nachdenklichen Geschichten und Gedichten. Gerne mache ich bei Ihnen eine Lesung.

Ihre Angebote oder Ihre Geschichten für alle?

Bis Ende November strebe ich die Zertifizierung zur Übersetzerin für Leichte Sprache an. Gemeinsam machen wir Ihre Kommunikation barrierefrei.

Schreiben ist meine Leidenschaft.

Lassen Sie sich für Ihr nächstes Schreibprojekt von meiner Begeisterung für das geschriebene Wort anstecken. Oder profitieren Sie zumindest davon.

Ich freue mich, wenn Sie mich kontaktieren.

Interview mit einer Protagonistin

Martina Decker BeraTina

#Charactersofseptember – Blog-Challenge  für Autoren und Leser

#Charactersofseptember – eine Challenge ausgerufen von der Autorin Gabi Büttner

Auf Twitter, fb und Instagramm treten Protagonisten und Antagonisten aus dem Schatten der Buchseiten ins Rampenlicht – ebenso auf vielen Blogs und Websites.

Für diesen Post ist die Kommentarfunktion freigeschaltet.

Warum? Weil hier vielleicht eine neue Geschichte entsteht. Die kann aber nur gut werden, wenn ich immer mal wieder Feedback erhalte, wo es schon gut klingt, was gefällt  oder wo unbedingt noch nachgebessert werden muss. Gerne auch Anregungen, was unbedingt geschrieben werden sollte oder was Sie/Euch da draußen noch brennend interessiert.

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Da das Interview sich über 30 Tage erstreckt, werde ich die Tagesfrage immer  über den Gesamtbeitrag stellen. So kommen alle, die das hier regelmäßig verfolgen, schnell an die Informationen. Alle Neueinsteiger bitte ich im Text ein bisschen nach unten zu scrollen.

 

12. – 15. September  In welche Gesellschaftsschicht bist du hineingeboren
worden? / Wie groß ist deine Familie? /  Was bedeutet dir Familie?! /  Wer war deine Bezugsperson als Kind? / Welche ist deine glücklichste Kindheitserinnerung? 

Frau Stollmann, geht es Ihnen wieder besser? Haben Sie sich von Ihrer Erkältung erholt?“

„Danke der Nachfrage. Ja, es geht wieder. Mit Kandiszucker gezogener Rettichsaft – ein Rezept meiner Oma. Hilft immer. Schmeckt allerdings fürchterlich.“

„Oma – ein gutes Stichwort. Erzählen Sie doch mal:  Wie war das bei Ihnen Zuhause?“

„Eng! Und laut. Ich habe fünf Geschwister. Drei nervige Schwestern und zwei Brüder, die es nie geschafft haben, erwachsen zu werden. Klaus-Dieter wohnt immer noch bei unseren Eltern. Mit 44 Jahren! Das muss man sich mal vorstellen. Lässt sich bekochen und kriegt die Wäsche gemacht. Wahrscheinlich ist er auch noch Jungfrau – kann mich nicht erinnern, dass er jemals eine Freundin gehabt hätte.“ [Sie macht eine abfällige Handbewegung] „Egal, und Heinz-Josef, mein jüngerer Bruder und genau das Gegenteil, hat  ganz früh seine Sandkastenliebe Rosi geheiratet. Jetzt er hat er fünf Kinder  und schafft sich jeden Tag fast kaputt, um sie satt zu bekommen und das Studium von dem Großen bezahlen zu können. “

„Und Ihre Schwestern?“

[Sie zuckt mit den Schultern] „Keine Ahnung. Wir haben schon seit Jahren kaum Kontakt. Ich bin zu anders. [sie lacht] .“ Kittelschürze und Kinderspielplatz sind nicht so mein Ding.“

„Das glaube ich gerne. Übrigens sehen Sie heute wieder wie aus dem Ei gepellt aus. Und sehe ich das richtig? Der Nagellack hat den gleichen Farbton wie Ihr Kleid?“

„Gut auszusehen bedeutet auch, die Details nicht aus den Augen zu verlieren. Also: Ja, Sie sehen richtig. Möchten Sie noch etwas wissen?“

„Ich möchte noch ganz viel über Sie erfahren, Frau Stollmann. Tatsächlich werden mir viele Details Ihrer Persönlichkeit erst jetzt, während dieses Interviews, bewusst. Und dabei dachte ich, alles Wesentliche über Sie zu wissen.“

„Dann sollten Sie langsam mal wieder auf den Punkt kommen, Frau Decker.“

„Ok, Entschuldigung. Ich hatte das Bedürfnis, mich ein wenig zu erklären. Also zurück zu Ihrer Kinder- und Jugendzeit. Gibt es etwas, an das Sie sich sehr gerne erinnern?“

„An Oma! Ihr Apfelkuchen war ein Traum, ihre Medizin bitter, aber wirkungsvoll und ihre Geschichten , die sie abends vor dem Zubettgehen erzählte, standen denen aus 1001 Nacht in nichts nach. Ihre Hände waren rau von der vielen Arbeit und ihr Herz war riesengroß. Sie hat oft auf uns aufgepasst, wenn die Eltern auf Arbeit waren. Unser Vater war meist mit dem LKW unterwegs. Und Mutter hatte drei Putzstellen. Irgendwo musste das Geld ja herkommen.“

„Klingt, als wären Sie nicht gerade im Luxus aufgewachsen.“

„Stimmt. Aber ich habe früh gewusst, dass ich es einmal besser haben werde. Und wie man sieht, ist mir das ja auch ganz gut gelungen. Ich habe einen gut bezahlten Job, war schon an vielen Orten dieser Welt und kann mir auch mal ein teures Kleid leisten.“

Fortsetzung folgt ….

Ab hier von Anfang an und  chronologisch: 

1.September – Vorstellung

Und so freue ich mich, Ihnen und Euch heute Frau Sonja Stollmann vorstellen zu dürfen.

Sie ist die beste Freundin von Julia Baker, der die Hauptrolle in „Auch Schmetterlinge können sterben“ zugefallen war. Sonja ist eine attraktive Frau, die sich gekonnt in Szene zu setzen weiß. Über ihr Alter schweigt sie beharrlich. Sicher ist nur, dass die Zwanzig wohl weiter weg als die Vierzig ihr nahe ist.

Wir haben uns im Vorfeld des Interviews darauf geeinigt, ein wenig professionelle Distanz zu wahren. Ein vertrauliches Du soll es vorerst nicht geben. Frau Stollmann bestand darauf, da sie mit einigen meiner  Ausführungen in dem Roman nicht einverstanden ist.

2.September – „Bist du ein positiver oder negativer Mensch?“

„Frau Stollmann, herzlichen Dank, dass Sie diesem Interview zugestimmt haben.“

„Keine Ursache. Es schien mir eine gute Gelegenheit, vielleicht das ein oder andere missverständliche Wort, dass Sie als Autorin des Romans über mich geschrieben haben, ins rechte Licht zu rücken.“

„Missverständlich? Aber in Ordnung, ich denke, darauf werden wir zu einem späteren Zeitpunkt noch zurückkommen. Dann zur ersten Frage: Frau Stollmann, sind Sie eher ein positiver oder ein negativer Mensch?“ [mich trifft ein vernichtender Blick]

„Das ist eine selten dämliche Frage. Ist die von Ihnen? Würde mich zumindest nicht überraschen.“ [Sie verzieht den Mund zu einem spöttischen Lächeln] „Aber gut, niemand wünscht sich mehr als ich, dass das hier gut über die Bühne geht. Um also die Frage zu beantworten: Ich bin ein durch und durch positiv denkender Mensch. Negative Gedanken machen Falten und einen schlechten Teint. Ich helfe gerne, wo ich gebraucht werde, und ich war die beste Freundin von Julia, die sie je hatte. Ist das positiv genug?“

“ Wenn ich ehrlich bin, …. ach, egal. Aber irgendwie hatte ich Sie mir, das muss ich jetzt leider mal einfügen,  anders vorgestellt – also charakterlich. Da war mehr Empathie im Spiel – mehr „Opfer der Umstände“ oder so … Ich muss mich gehörig verschrieben haben oder es ist zwischenzeitlich etwas passiert, dass ich nicht beeinflussen konnte.“

[sie schüttelt genervt den Kopf] „Ich kann leider nichts für ihre eingeschränkte Fantasie oder imaginäre Einflüsse. [sie nimmt einen Lippenstift auch ihrer Handtasche und zieht in aller Ruhe die Lippen nach.] „War es das für heute?“ [ Als wäre ich gar nicht mehr anwesend, betrachtet sie sich prüfend im Taschenspiel, zupft ein paar Haarsträhnen zurecht. Dann erhebt sie sich und geht.]

„Auf Wiedersehen, Frau Stollmann!“  Ob Sie wohl morgen trotzdem zum zweiten Teil des vereinbarten Interviews erscheinen wird? Denn dann wird die Frage lauten: Frau Stollmann, was bringt Sie zum Lachen?“

3.September – Was bringt dich zum Lachen?

„Guten Morgen, Frau Stollmann. Ich …“

„Ja, ich weiß. Sie freuen sich. Und wahrscheinlich hatten Sie auch eine nicht so gute Nacht, oder? Bestimmt haben Sie gerätselt, ob ich überhaupt noch einmal kommen werde, stimmt es?“

„Ein kleines bisschen schon. Ihr Abgang gestern war doch sehr spontan und vor allem grußlos.“

„Tut mir leid – es war nicht mein bester Tag. Ich gelobe Besserung.“ [sie wirbt mit einem bezaubernden Lächeln um mein Verständnis. Wäre ich ein Mann, ich wäre sofort dahingeschmolzen]

„Entschuldigung angenommen. Dann also zur heutigen Frage. Frau Stollmann, was bringt Sie zum Lachen?“

[sie lacht glockenhell] „Solche Fragen zum Beispiel. Nein, aber mal im Ernst: Ich lache gerne. Ich habe da so einen Lieblingswitz. Soll ich …?“

„Ja, warum nicht. Schenken Sie mir und den Lesern ein Lachen an diesem halbsonnigen Sonntagmorgen.“

„Aber gerne …“ [ihr Blick liegt einen langen Augenblick auf den perfekt manikürten Fingernägeln] „Also …

Eine Frau sitz in einer Bar und gönnt sich einen Cocktail. Plötzlich betritt ein gut und extrem sexy aussehender junger Mann die Bar. Sie kann nicht anders. Sie muss ihn wieder und wieder ansehen. Der junge Mann bemerkt das schließlich und geht zu ihr hin. Bevor sie etwas sagen kann, flüstert er ihr ins Ohr: Ich mache alles! Es kostet dich nur 20 Euro. Sie: Wirklich alles? Er: Ja! Alles für 20 Euro. Du musst es mir nur sagen –  in drei Worten!“ Sie überlegt, dann zieht sie entschlossen einen 20-Euro-Schein aus der Geldbörse. Sie legt ihn ganz langsam in seine Hand, schaut ihm dabei tief in die Augen. Ihre Zunge benetzt die Lippen und zärtlich legt sich ihre freie Hand auf seinen Oberschenkel.  Und dann flüstert sie ihm ins Ohr: „Putz mein Haus!“

[Frau Stollmann lacht] „Ist der herrlich?“ [ihr Lachen geht in ein Gluckern und dann in ein breites Grinsen über] „Sonst noch Fragen?“

„Nein, für heute nicht. Wir sehen uns dann morgen.“

4.- 6.September – Wie siehst du dich selbst? / Wie wirst du von anderen gesehen? / Was sind dein stärkster und schwächster Charakterzug?

„Hallo! Da sind wir wieder. Die letzten Tage waren etwas turbulent und wie das manchmal so ist, kam mir das Leben dazwischen. Und das Leben hat immer Vorrang!  Stimmen Sie mir da zu, Frau Stollmann?“

„Aber selbstverständlich. Es war eh so, dass mein Flug von Spanien hierher überbucht war. Ein Upgrade war nicht zu bekommen und von daher konnte ich dank Ihrem vorrangigen Leben zwei wunderbare Tage in Madrid verbringen.“

„Ist Ihnen gut bekommen. Sie wirken sehr entspannt und ausgeglichen. Da kommen wir doch gleich zur Frage vom 04.September: Wie sehen Sie sich selbst?“

„Kompetent, attraktiv und alles andere als doof. Allerdings ist es manchmal durchaus von Vorteil, letzteres nicht in den Vordergrund zu stellen. Ansonsten bin ich zielstrebig, freundlich und immer da, wenn man mich braucht.“

„Wären Sie überrascht, wenn ich behaupten würden, sie liegen mit Ihrer Selbsteinschätzung weit daneben?“

[Augenblicklich strafft sich ihre Haltung] „Allerdings!“ [Sie lächelt, aber es wirkt ein bisschen verunsichert]. „Vielleicht eine Neiderin. Frauen können ja so biestig sein …“

„Sie glauben, auf Frauen wirken Sie …. anders?“

„Frauen mögen keine Frauen, denen die Männer nichts abschlagen können. Nur, weil die meisten sich nicht trauen, ihre Vorzüge auch zu unterstreichen, halten sie Frauen wie mich … ach, lassen wir das. Es würde nur uns beiden die gute Laune nach diesen wunderbaren freien Tagen vermiesen.“

„In Ordnung. Dann die letzte Frage für heute: Was ist ihr stärkster, was Ihr schwächster Charakterzug.“

„Ich bin zielstrebig – in allen Belangen. Wenn ich etwas haben will, bekomme ich das in der Regel auch. Und Schwächen? Männer vielleicht. Und schicke Kleider. Beides könnte einmal mal Ruin sein.“

„Das heißt, Sie sind immer noch Single? Und auf dem Konto herrscht Ebbe?“

„Ja, ich bin Single. Das immer noch  – vor allem in der Betonung – ist allerdings mehr als unangebracht. Der Richtige ist mir einfach noch nicht begegnet. Und für Designerkleider verdienen die meisten Menschen nicht genug Geld!“

7. – 10. September – Wie reagierst du auf Lob / Kritik? / Wovor hast du am meisten Angst? /  Was magst du an deinem Körper besonders? Und was gar nicht? /Hast du ein Geheimnis, von dem niemand weiß?

„Einen wunderbaren Sonntagmorgen wünsche ich. Wenn ich das so sagen darf, Sie sehen heute ein bisschen „mitgenommen“ aus, Frau Stollmann. War die Nacht zu kurz?“

„Erstens verbitte ich mir diesen Ton und zweitens gehen Sie meine Nächte seit dem Abschluss des Romanprojektes doch wohl gar nichts mehr an.“

„Jetzt seien Sie doch nicht gleich beleidigt. Ich habe lediglich besorgt nachgefragt.“ [ok, vielleicht nicht ganz wertfrei – schließlich kenne ich die Frau – ich habe sie schließlich erschrieben. Sie ist meine Protagonistin].

„Es klang für mich nicht nach Besorgnis. Eher nach Neid. Sie waren vermutlich um acht im Bett und haben, in ihren Frotteepyjama gekuschelt, eine Doku geschaut? Mit dem Plüschbären auf dem Kissen? Ja, als Autorin führt man ein einsames Leben, stimmt es Frau Decker?“ [Es macht ihr sichtlich Freude, ein bisschen Gift zu verspritzen. Aber ich habe sie wohl auch ein wenig verunsichert. Ihr Blick geht zur Fensterscheibe, prüft das Spiegelbild.]

„Haben sie Angst davor, manchmal nicht so perfekt so sein, wie Sie das gerne wären?“

„Zumindest arbeite ich stetig daran, perfekt zu sein. Heutzutage kann man sich Unperfektion [was ein Wort!] nicht leisten. Nicht, wenn man Erfolg haben will.“ [Sie streicht mit den Händen das Kleid ein wenig nach unten] „Ich habe viel Blut und Schweiß gelassen, um diesen fast perfekten Körper zu formen.“

„Gibt es trotzdem etwas, das Sie nicht daran mögen?“

„Mein Füße!“ Es kommt wie aus der Pistole geschossen? „Mein Füße sind zu groß.“

[Ich muss grinsen und bevor ich darüber nachdenke, entgegne ich: “ Also ein Frau, die auf großem Fuß lebt – ich finde, das passt ins Bild.“

[Ihr Blick tötet mich – zumindest versucht er es] „Themenwechsel!“ [Ihr Ton unterbindet jede weitere Bemerkung. Ich nicke ergeben. ] „Welches Geheimnis trägst du mit dir herum, Sonja? Was weiß nicht einmal ich von dir? Was habe ich damals übersehen, als ich dich erschrieb?“ [Warum bin ich plötzlich per Du? Wird sie es bemerken?]

Sonja senkt einen Moment den Kopf. Verlegen kaut sie auf der Unterlippe. Meine Anspannung wächst. Meine Neugierde auch. Trotzdem: Ich will sie nicht drängen. Also warte ich. Zwei Minuten Stille – unendlich lange zwei Minuten. Langsam hebt sie den Kopf, sieht mich von unten heraus an. Ihr Blick geht mitten ins Herz. Sie war meine Fantasie. Was werde ich jetzt erfahren?

„Ich war einmal verheiratet!“

 

 

 

Textarbeit und Transparenz

Martina Decker - BeraTina

Wie kann ich meinem Tun und Schaffen die Transparenz geben, die Interessenten und zufällig hier Ankommende sich wünschen?

Niemand kauft gerne die Katze im Sack. Ich schaue selbst immer sehr genau, zu wem ich Kontakt aufbaue und was ich im besten Fall erwarten darf.

Nun ist Beratung generell eine sehr persönliche Sache.

Die meisten Menschen holen sich fachlichen Rat lieber in aller Stille. Wir wollen, nein, wir müssen so oft perfekt sein, dass auch die kleinsten Mängel möglichst unauffällig und unbemerkt eliminiert werden. Begeisterte Postings wie „Endlich kann ich gut schreiben!“ oder “ Ich hatte viele Rechtschreibfehler auf meiner Homepage. Nun ist sie fehlerfrei!“  sind deswegen eher selten. Dazu kommt, dass die Menschen, die mich als Schreibberaterin kontaktieren, oft sowieso nicht gerne schreiben. Um trotzdem noch ein bisschen mehr von meiner Arbeit zu zeigen, stelle ich an dieser Stelle ab heute laufende oder geplante Projekte ein. In loser Folge und formlos, wie es so schön heißt.

Und wie bei allen anderen Beiträgen auf BeraTina:  Ich freue mich natürlich über Feedback – per Mail – Kontaktformular (gleich rechts neben dem Beitrag) oder auf meiner Facebook-Seite.

Und nun : Daran arbeite oder plane ich seit August 2017 

  • Formularentwurf – Teilnahmebestätigungen für Workshops Erledigt
  • Formularentwurf Feedback von Kunden Erledigt
  • Workshop-Vorbereitungen zu diversen Schreibthemen
  • ein Romananfang erwartet die Weiterschrift
  • an zwei Literatur-Wettbewerben habe ich mit eigenen Texten teilgenommen.
  • eine Anfrage für ein Ghostwriting liegt auf meinem Tisch
  • diverse Blogbeiträge für BeraTina laufend
  • Optimierung von BeraTina.de : Der Anfang ist bereits gemacht. Neues Layout und mehr Ordnung bei Kategorien und Texten. Allerdings noch längst nicht perfekt. Da bleibt noch viel zu tun.
  • Teilnahme an einer Blog-Challenge   mittendrin  #Charactersofseptember
  • außerdem gibt es zwei Anfragen zu Lektorat bzw. Textcheck – mal sehen, ob wir zusammenkommen.

 

 

 

 

 

Leichter lernen mit dem eigenen Lerntyp

Martina Decker BeraTina

Nein, der eigene Lerntyp ist nicht  der nette Junge von nebenan. Und auch nicht der Privatlehrer, der zweimal die Woche Nachhilfe erteilt. Der Lerntyp ist „nur“ eine Kategorie, um Lernverhalten zu betrachten und gegebenenfalls für mehr Erfolg beim und Freude am Lernen zu optimieren.

Zum Lernen gebrauchen wir unsere Sinnesorgane:

Augen, Ohren, Geruchs-, Geschmackssinn und den Muskelsinn. (Definition lt. Duden: Fähigkeit, mithilfe von Sinnesorganen in den Muskeln Lage und Zustand einzelner Muskeln bzw. Gliedmaßen wahrzunehmen). Gemeinsam schaffen sie die Erinnerung des Lernstoffs in unserem Gedächtnis. Mit anderen Worten: Jeder Duft wird Erinnerung, jede Berührung, jeder Ton … auch wenn wir uns nicht immer im Einzelnen daran erinnern werden.

Lernen ist individuell.

Jeder lernt anders am besten und hat seinen eigenen Weg, Wissen zu erlangen.

Trotzdem wird bei aller Individualität von nur 4 Lerntypen gesprochen.

Frederic Vester hat bereits 1975 erkannt, dass die Menschen Wissen unterschiedlich aufnehmen und sprach von Typen, die untereinander beinahe unendlich kombinierbar waren und kombiniert wurden und es auch heute noch sind. Vester teilte die vielen Typen in 4 unterschiedliche Haupt-Lerngruppen :

die visuellen, auditiven, haptischen und kommunikativen Lerntypen.

Entscheidend für die Typisierung der Lern(er)gruppen war und ist auch heute noch die Art und Weise, wie Lernstoff bevorzugt angeboten bzw. aufgenommen wird.

Visuell: sehen – lesen – anschauen …

Auditiv: hören – anhören – (sich selbst) vorsagen …

Haptisch: anfassen – ausprobieren – selber machen …

Kommunikativ: Im Austausch mit anderen – diskutieren – darüber reden …

Auch wenn es weder für die Lerntypen selbst noch für die Wirksamkeit von am Lerntyp orientierten Maßnahmen wissenschaftliche Belege gibt: Das Wissen um Sie kann helfen

  • das eigene Lernverhalten zu erkennen und Lernerfolg oder Misserfolg mit anderen Augen zu sehen.
  • Lerner und Lehrende werden angeregt, neue Lernstrategien, die auf anderen Wahrnehmungsschwerpunkten basieren, kennenzulernen und auszuprobieren

Wenn man für sich den groben Lerntyp erkannt hat, bieten sich neue Gestaltungsoptionen für den Lernprozess.

Denn nicht immer lernen wir so, wie es für uns am Einfachsten wäre – aus Unwissenheit oder weil uns andere „gelehrt“ haben, es anders zu machen.

Es sei am Ende noch erwähnt: Den 100%igen visuellen/auditiven/haptischen/kommunikativen Lernertyp gibt es natürlich nur in der Theorie. Wir sind alle Misch-Typen – mixen und kombinieren im besten Falle all die Techniken, die uns weiterhelfen.

 

Leben ist das, was passiert … – Susanne Meier

Martina Decker - BeraTinaAn diesem Buch hat mich erst einmal das Cover angesprochen. Ich finde, es hat eine unheimlich positive Ausstrahlung. Das Grün strahlt, der Ausblick ist wunderbar und die Mauer hat ein so großes Loch, dass sie eher keine mehr Barriere ist.

„Leben ist das, was passiert, wenn du gerade dabei bist, andere Pläne zu machen.“

Da kann man ja eigentlich nur nicken, oder?

Erst der Nachsatz „MS und was nun?“ signalisiert in aller Kürze, dass dieser gefühlt lockere Titel einen ernsten Hintergrund hat.

Susanne Meier schildert sehr persönlich ihr Leben mit MS – von der Diagnosestellung bis zur Akzeptanz. Dass das kein Weg von wenigen Tagen oder Wochen ist, weiß jeder, der in irgendeiner Form mit einschneidenden Veränderungen in seinem Leben zurecht kommen muss oder musste.

Susanne Meier lässt den Leser teilhaben an ihrem Entsetzen, ihren inneren und äußeren Kämpfen und an ihrem Leben, das sich – verständlicherweise – drastisch unter dem Eindruck der Krankheit geändert hat.

Das Buch zu lesen ist, als säße man mit Frau Meier auf dem Sofa. Sie schreibt/ spricht, wie es ihr in den Sinn kommt. Sie ist dabei authentisch und sichtlich bemüht, den Kopf nicht übermäßig  hängen zu lassen. Sie vergisst die nicht, die sich um sie sorgen und für sie da sind, spart nicht mit Dank dort, wo sie ihn für nötig hält und hat auch keine Hemmungen, über schwindenden Lebensmut und sich verändernde Lebensziele zu berichten. Private Fotos im letzten Teil des Buches schaffen noch mehr Nähe zur Autorin und ihrem Schicksal. Sie gibt der Erkrankung MS – wie mir scheint, ganz bewusst – ihrr Gesicht und holt sie damit zumindest ein kleines Stück aus der Anonymität.

„Leben ist das, was passiert, wenn du gerade dabei bist, andere Pläne zu machen.“

Print by BOD ISBN 978-3-86386-932-6 10,00 €

Ein kleines Stichwortregister erklärt die wesentlichen, medizinischen Begriffe in diesem Zusammenhang.

 

 

Workshop Berufliches Schreiben

Martina Decker BeraTina Schreiben ist Kommunikation mit eigenen Regeln

Angebot für Bildungseinrichtungen & Institutionen

Schreiben ist Kommunikation mit eigenen Regeln

Im Berufsalltag müssen wir ständig schreiben.

Memo, Brief, Protokoll, Bericht oder Mail – wichtige Informationen werden schriftlich weitergeben.

Dabei unterliegt das Schreiben dieser Texte einem steten Abwägungsprozess: Was gehört von der Sache her hinein? Was von den Erwartungen des Lesers? Welche Wirkungsabsicht ist von Seiten des Schreibers mit diesem Text verknüpft und gelingt es ihm, diese zu bedienen?

Schreiben ist Kommunikation mit eigenen Regeln.

Wer sie beherrscht, vermeidet Missverständnisse und spart Zeit, die für andere Arbeitsaufträge genutzt werden kann.

Inhalte des Workshops „Schreiben ist Kommunikation mit eigenen Regel“ sind:

 Informationsfunktion von Texten

 Textsorten und ihre Funktion

 Textzentrierte/ Leserzentrierte Merkmale – die Kommunikationsebene

 Leserorientierung / Adressatenwissen

 Komponenten der Schreibkompetenz

TeilnehmerInnen stärken in diesem Seminar Ihre Schreibkompetenz und können Schreibaufträge schneller und effektiver erledigen.

Peer Feedback gibt Ihnen Rückmeldung, inwieweit Informationen in Ihrem Text nachvollziehbar dargestellt werden. Mit den angebotenen Schreibstrategien können Sie bei Bedarf Ihr Schreibhandeln optimieren. Das begünstigt eine funktionierende Kommunikation zwischen Absender und Empfänger.

Methodisch arbeite ich bei diesem Seminar mit:

 Theoretischen Input / Handouts

 Schreibstrategien und Methoden/ Schreibanimation

 Peer Feedback

 Reflexionsphasen

Bitte kontaktieren Sie mich, um mehr über den Workshop zu erfahren .

Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Gesprächstermin. In einem persönlichen Gespräch lassen sich Details des Workshops auf Ihre Ziele als Bildungseinrichtung oder Arbeitgeber anpassen – zum Besten für Ihre SchülerInnen, MitarbeiterInnen und für Ihr Unternehmen.

Die Tagespausche für einen BeraTina Workshop beträgt 400,00 € incl. MwSt.

Coach-Dienstleister-Berater

Martina Decker BeraTina Feedback Coach Dienstleister

Kunden-Feedback abfragen!?

Mit Feedback generieren Sie nachhaltigen Erfolg! Holen Sie sich schon aussagekräftiges Feedback bei Ihren Kunden?

Fragen Sie, wie der Kunde Ihre Dienstleistung erlebt hat? Was ihm besonders gut gefallen oder was gefehlt hat?

Das Abfragen und anschließende Auswerten von Kunden-Feedback kommt oft zu kurz. Es bedeutet ein Mehr an Arbeit und bringt zumindest unmittelbar auch keinen finanziellen Vorteil. Man gibt sich mit einem „Danke, alles bestens!“ zufrieden und wundert sich, warum der Kunde nicht wiederkommt.

Aber: Feedback in das Coaching, den Beratungsalltag oder die Dienstleistung zu integrieren heißt, Ihr Angebot und Ihre Vorgehensweise regelmäßig zu hinterfragen und zu optimieren.

Sie können Veranstaltungskonzepte oder didaktische Instrumente schnell und an den Bedürfnissen Ihrer Kunden anpassen. Es unterstützt Sie wesentlich bei der Entscheidungsfindung, ob einzelne Maßnahmen weiter durchgeführt werden sollen oder nicht.

Gerne entwickele ich für Sie eine Feedback-Abfrage.

Die BeraTina Feedback-Abfrage beinhaltet die Konzipierung und Erstellung eines Fragebogens, den Ihre Kunden ohne großen Zeitaufwand und am Computer ausfüllen können. Das erhöht die Rücklaufquote, denn muss nicht erst umständlich ausgedruckt und später zum Versenden neu eingescannt werden.

Die BeraTina Feedback-Abfrage orientiert sich an Ihrer Dienstleistung, Ihren relevanten Fragen an die Kunden und an Ihre Arbeitsprozesse.

Versehen Sie das Formular mit Ihrem Logo oder Ihren Briefkopf und fangen Sie sofort an mit der Feedback-Abfrage bei Ihren Kunden.

Sie erhalten außerdem einen individuellen Begleittext, mit dem Sie das Feedback-Formular an Ihre Kunden versenden.

Ich schicke Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot für

  Ihre individuelle Kunden-Feedback-Abfrage – Anfrage .

Martina Decker BeraTina

 

 

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GsL-/GfL-Students

Martina Decker BeraTina

Dear GsL-/GfL-Student!

Do you think you‘ ve got many banana problems concerning writing in your second language?

You avoid writing in the German language and often you cannot produce a text just in time?

Your German writing is a never ending story?

You are always searching for the right words?

You have got problems discovering good ways of wording applications?

You don’t know the text standards of your home country are different to those in Germany.

Don’t worry– there are many people who do not know about your problems, maybe not even your teacher. It can be really frustrating! As a result, you get bad grades or you are not able to write text anymore.

What would you do if there was a way to get these skills?

Learning to express yourself better in German;

learning the standards which are requested for your writing exercise;

learning to produce a good text, that shows your profound knowledge.

Minimalist tutoring is a way of working that leads to the results hoped for which implies a good text. The aim of this kind of tutoring is learning.

Seems like the same aims your teacher has? So, what is the difference between him and a writing tutor?

In writing tutoring sessions there is time– time to talk about you and different topics concerning your daily life.

Writing tutors want to help the students and brief them to help themselves.

Your tutor really is interested in you. You will be asked many things like: Where are you from? For how long have you been learning German? Are you lonely or are there family members and friends making you feel good in Germany?

The tutor focusses on you as a person, a person who supplied a lot, is brave and not simply the sum of orthographic issues found in text. Also, your tutor wants to know about your practical experience in writing in your mother tongue.

Based on your text in the tutoring session you and your tutor are able to identify essential problems. Helpful methods will be explained improving your text production, making it easier and more effective.

Whether you are writing a dissertation or theme-paper tutoring is universal for every text production, especially for your work approach.

There is just one thing your tutor will never do: Fix your paper!This is your job, since it is your text and it speaks with your voice. Also, it includes your personality, your knowledge – no person other than yourself has the ability to fix it.

It is a matter of principles – the principles of non directive writing tutoring and the fundamental idea of writing to learn.

Finally, you will get  not a perfect text but the skills to express yourself in German, maybe in a simple language, but matching the expectations.

All I can say is, it works! My English writing skills were pathetic.

I met a writing tutor and asked him for help. He advised me on a method named freewriting and I did not exercise it before. He told me to write using words I remembered. Furthermore I was allowed to write native and second language. I thought it would be very strange. However, I overcame my perfectionism and wrote. I Produced a very simple text full of mistakes and a mix of sentences in two languages. It was the beginning of a new learning. This tutor showed me how to focus on higher concerned instructions first which is the base of every text production. So, step by step I got the ability to produce better text in English language.

Because of my experience and competence as a writing tutor, I want to invite you:

Come in and try it.

For more Information, please contact me: BeraTina@email.de

BeraTina Text-Check für Ihre Website

BeraTina - Martina Decker - schreiben

Sie haben einen Text für Ihre Website geschrieben?

Sie sind unsicher, ob Ihr Text Leser oder Kunden anspricht?

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – das ist hinlänglich bekannt. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Website-Text gut und leicht lesen lässt. Nur dann werden die wichtigen und interessanten Informationen auch den Leser erreichen.

Eine gute Struktur ist wichtig, um den Interessenten in das Thema zu bringen. Tippfehler sind menschlich, aber gehäuft stören sie den Lesefluss. Ein unstrukturierter oder mit Tippfehlern gespickter Text lässt den Leser schnell vermuten, dass man sich hier eher weniger um sein „Wohlbefinden“ sorgt.

Nutzen Sie den BeraTina Text-Check

für Texte auf Ihrer Website.  Als Zertifizierte Schreibberaterin und Autorin verfüge ich über ein fundiertes Wissen in Sachen Texterstellung und Schreibhandwerk.

Profitieren Sie von meinem Know-how!

Der BeraTina Text-Check gibt Ihnen Rückmeldung zu Lese-Eindruck, Sprache, Themen-Umsetzung und Textstruktur. Er beinhaltet immer auch Anregungen zur weiteren Optimierung Ihres Textes. Er benennt Stärken und Schwächen in Ihrem Text und zeigt Ihnen Möglichkeiten auf, an und mit dem Text zu arbeiten. Sie erhalten eine überarbeitete Version Ihres Textes.

Der Mehrwert: Sie profitieren davon auch bei Ihren anderen Schreibprojekten. 

Für Ihren persönlichen BeraTina Text-Check klicken Sie bitte HIER. 

Die Testphase im August hat gezeigt, dass die Ansprüche an und der Aufwand für den BeraTina Text-Check von Auftraggeber zu Auftraggeber und von Site zu Site sehr unterschiedlich sind.

Gerne erstelle ich Ihnen ein unverbindliches und vor allem individuell auf Sie, Ihre Bedarfe und Ihre Website abgestimmtes Angebot.

Der BeraTina Text-Check – damit sich Ihre Leser von Anfang an wohlfühlen.

Ich freue mich auf Ihren Text und Ihre Fragen!

Ich bin nicht auf bestimmte Themen oder Genre festgelegt. Allerdings lehne ich Gewalt verherrlichende Texte, pornografische Texte oder Texte, die wen oder was auch immer diffamieren, ab. Bitte verzichten Sie in diesen Fällen auf eine Anfrage.

Leseprobe Lesen & Lauschen – Märchenhaftes

Martina Decker BeraTina

Am Fuße des Berges

Leseprobe (c) Martina Decker

Der Sturm rüttelte an den Fensterläden. Regen fiel in dicken Tropfen aus den tief hängenden, fast schon schwarzen Wolken. Immer wieder zuckten Blitze über den Himmel und grollte dumpfer Donnerhall über die kleinen Häuser des Dorfes am Fuße eines riesigen Berges. Seine Spitze war auch bei schönem Wetter immer wolkenverhangen. Kein Mensch hatte sie je gesehen. Immer wieder waren mutige Männer aufgebrochen, den Gipfel zu erklimmen, aber keiner kehrte jemals zurück.

Hannes saß still in einer Ecke des kleinen Zimmers. Ängstlich schaute er zum Fenster hinaus. Dort draußen tobten die Naturgewalten und hätte Großmutter nicht eine Kerze entzündet, es wäre stockfinster gewesen in der Stube.Jetzt kam sie mit einer Tasse heißen Tees in der Hand auf Hannes zu und setzte sich neben ihn. Sie strich ihm beruhigend übers Haar.
»Habe ich dir eigentlich schon einmal die Geschichte von diesem Berg erzählt?«, fragte sie.
Hannes schüttelte den Kopf.
»Amahar, der Urzeitsänger, wohnt dort oben«, begann die Großmutter und deutete hinauf zum Gipfel. »Er schreibt und singt die Lieder des Lebens und der Natur. Dabei wird er geleitet von Idefesom, dem großen Geist.« Sie sah Hannes an. »Idefesom besitzt große Weitsicht und Amahar das Talent, alles in Einklang zu bringen.«
In Hannes, Augen lag ungläubiges Staunen.
Die Großmutter lächelte. »Ja, für wahr! Genauso ist es. Aber Amahar wohnt dort oben nicht alleine. Udakar, der Schmied, lebt ebenfalls auf dem Berg und auch Bodofila, die Maid der Lüfte. Sie zu beschreiben, ist allerdings schwierig. Sie kann sanft sein, aber auch aufbrausend und gewaltig.« Großmutter nahm einen Schluck von ihrem Kaffee, bevor sie weitersprach. »Udakar ist ein großer Mann. Mit seinen kräftigen Schlägen bringt er alles in der Natur in Form. Man mag es kaum glauben, aber trotz seiner riesigen Hände kann er die filigransten Blüten formen. Er hat den Berg noch nie verlassen, ebenso wenig wie Amahar.«
»Und sie waren noch nie woanders als auf dem Berg?« Hannes konnte sich nicht vorstellen, für immer auf einem Berg leben zu müssen.
»Nein, noch nie.« Großmutter nickte gedankenverloren. »In seiner Weisheit hatte Idefesom schon zu Anbeginn beschlossen, dass weder Amahar noch Udakar den Berg jemals verlassen sollen. So ist es die Aufgabe von Bodofila des Abends, wenn sie von ihren Ausflügen zurückgekehrt ist, von allem, was sie gesehen hat, zu berichten: Wie schön die Blüten des Enzians sind, die der Schmied geformt hat, wie herrlich die Blätter an den Blumen. Sie erzählt von der Harmonie der Lieder, die Amahar der Welt gegeben hat, verschweigt aber auch nicht die schiefen Töne, die ihr manches Mal zu Ohren kamen.« Die Großmutter hielt einen Augenblick inne. Ihr Blick wanderte von Hannes zum Fenster und wieder zurück.
Der Junge wartete gespannt, dass sie weiter reden würde. Ein Blitz erhellte das Zimmer, gefolgt von einem an einen Paukenschlag erinnernden Donnerknall. Hannes rückte erschrocken näher an die alte Frau heran.
»Es scheint, Udakar ist heute sehr ungehalten«, murmelte die Großmutter. »Vielleicht hat Bardaros es wieder versucht?«
»Wer ist Bardaros? Was hat er versucht?«, flüsterte Hannes.
»Bardaros – der Bote des Bösen«, sagte die Großmutter leise mit unheilvoller Stimme. »Manchmal kommt er aus der Unterwelt und versucht, den Gipfel zu erreichen. Du musst wissen, dem Bösen missfällt die Harmonie. Es hat keinen Sinn für die Schönheit der Natur und kann es nicht leiden, wenn alle sich gut vertragen.« Die Alte holte tief Luft. »Ja! Ich denke, das ist der Grund für dieses fürchterliche Unwetter. Hörst du den Sturm heulen? Das ist Bodofila. Sie scheint wirklich sehr wütend zu sein und wird Bardaros sicherlich bald fortpusten. Blitz und Donner macht Udakar. Mit aller Macht führt er den Hammer, dass die Funken fliegen und es nur so knallt. Ich bin mir sicher, sie werden es bald geschafft haben.« Sie nickte Hannes aufmunternd zu. »Dieser Macht hat das Böse nichts entgegenzusetzen. Amahar, Udakar und Bodofila werden Bardaros zurücktreiben in die dunklen Tiefen, aus denen er gekommen ist.«
Die Großmutter lehnte sich im Stuhl zurück. Hannes wollte gerade etwas sagen, als unerwartet ein Sonnenstrahl durchs Fenster drang. Gleich darauf versiegte der Regen. Der Sturm beruhigte sich und trieb mit letzter Kraft die dunklen Wolken fort.

Die Großmutter erhob sich aus ihrem Stuhl. Kraftvoll blies sie die Kerze aus und lächelte Hannes an. »Siehst du, ich habe es dir doch gesagt!«