Kategorie: Bücher von anderen – meine Rezensionen

Lese-Eindrücke und meine ganz persönliche Meinung

Leben ist das, was passiert … – Susanne Meier

Martina Decker - BeraTinaAn diesem Buch hat mich erst einmal das Cover angesprochen. Ich finde, es hat eine unheimlich positive Ausstrahlung. Das Grün strahlt, der Ausblick ist wunderbar und die Mauer hat ein so großes Loch, dass sie eher keine mehr Barriere ist.

„Leben ist das, was passiert, wenn du gerade dabei bist, andere Pläne zu machen.“

Da kann man ja eigentlich nur nicken, oder?

Erst der Nachsatz „MS und was nun?“ signalisiert in aller Kürze, dass dieser gefühlt lockere Titel einen ernsten Hintergrund hat.

Susanne Meier schildert sehr persönlich ihr Leben mit MS – von der Diagnosestellung bis zur Akzeptanz. Dass das kein Weg von wenigen Tagen oder Wochen ist, weiß jeder, der in irgendeiner Form mit einschneidenden Veränderungen in seinem Leben zurecht kommen muss oder musste.

Susanne Meier lässt den Leser teilhaben an ihrem Entsetzen, ihren inneren und äußeren Kämpfen und an ihrem Leben, das sich – verständlicherweise – drastisch unter dem Eindruck der Krankheit geändert hat.

Das Buch zu lesen ist, als säße man mit Frau Meier auf dem Sofa. Sie schreibt/ spricht, wie es ihr in den Sinn kommt. Sie ist dabei authentisch und sichtlich bemüht, den Kopf nicht übermäßig  hängen zu lassen. Sie vergisst die nicht, die sich um sie sorgen und für sie da sind, spart nicht mit Dank dort, wo sie ihn für nötig hält und hat auch keine Hemmungen, über schwindenden Lebensmut und sich verändernde Lebensziele zu berichten. Private Fotos im letzten Teil des Buches schaffen noch mehr Nähe zur Autorin und ihrem Schicksal. Sie gibt der Erkrankung MS – wie mir scheint, ganz bewusst – ihrr Gesicht und holt sie damit zumindest ein kleines Stück aus der Anonymität.

„Leben ist das, was passiert, wenn du gerade dabei bist, andere Pläne zu machen.“

Print by BOD ISBN 978-3-86386-932-6 10,00 €

Ein kleines Stichwortregister erklärt die wesentlichen, medizinischen Begriffe in diesem Zusammenhang.

 

 

Götterfluch von Birgit Gürtler – Mystery

Martina Decker BeraTina

Götterfluch von Birgit Gürtler

erhältlich als Taschenbuch und eBook / 14,90€ TB, 4,90€ eBook oder kostenlos bei kindleunlimited / 380 Seiten im Taschenbuch / Draconis Books

Es geht nach Mexiko und um die Geheimnisse einer uralten Tempelanlage der Maya.

Was veranlasst einen Mann wie Carlos, der „die Stadt bevorzugt, den Lärm des Verkehrs …“, durch den Dschungel zu marschieren? Natürlich eine Frau! Denn Muyal, die Gerichtsmedizinerin, wurde entführt. Die Audioaufzeichnung ihrer letzten Obduktion lässt vermuten, dass das alles mit dem unerklärlichen Todesfall zu tun hat, an dem Carlos und sein Team gerade arbeiten.

Hauptakteure im „Götterfluch“ sind Carlos Zamardo, Einsatzleiter der Policia Federal in Mexiko mit seinem Team; Gerichtsmedizinerin Muyal, der Carlos schon seit geraumer Zeit den Hof macht; Leif Boerson, ein skrupelloser Wissenschaftler und Linda Arbonde, seine rechte Hand.

In weiteren tragenden Rollen finden sich ein Archäologe – Prof. William Rosenberg -, ein zwielichtiger Fremdenführer und der alte Yaotel. Sein Einfluss auf die Geschehnisse bleibt diffus, seine Person rätselhaft.

Die Geschichte ist ein Mix aus Abenteuer und Mysterien, angereichert mit einer Prise romantischer Gefühle und einer angenehmen Dosis historischer Wahrheiten. Garniert serviert mit einer guten Portion Action. Das ist eine Mischung, die das Lesen dieser Geschichte sehr unterhaltsam macht. Darüber hinaus baut sich die Story gut auf. Der Spannungsbogen funktioniert ohne Zweifel. Es fiel mir schwer, das Buch vor dem Ende aus den Händen zu legen.

Gelungen sind auch die Beschreibungen aus dem Inneren der Tempelanlage: „Ein Ort, dessen Zeit in schimmerndem Kalzit versteinert dalag …“

Fazit: Gerne gelesen und hiermit auch gerne zum Lesen weiterempfohlen!

In diesem Sinne: Einen schönen Lesesommer wünscht BeraTina

 

 

 

 

 

 

 

Schwanennebel von Birgit Gürtler – Mystery

Martina Decker BeraTina

Birgit Gürtler – Schwanennebel – ISBN-10: 3946762093 – 368 Seiten (TB) – auch als eBook erhältlich.

Klappentext: Gedanken lesen, Willensbeeinflussung – das kann es nicht geben, davon ist Mara überzeugt. Doch als sie in FBI Akten stöbert, kommt sie genau diesem Geheimnis und einem Mann auf die Spur, der ihr zunächst unheimlich ist, aber von Tag zu Tag ihre Gefühlswelt mehr und mehr durcheinanderbringt.Darf sie diesem Gefühl Raum geben? Miguel wird des Mordes beschuldigt und sie gefährdet ihre Freiheit, wenn sie nicht seine verschlüsselten Daten knackt und dem FBI übermittelt.

Meine Eindrücke: Das ist jetzt das dritte Buch dieser Autorin, das ich vorstelle. Und bei aller Unterschiedlichkeit der Storys für mich das beste.  Vom ersten Wort bis zum Schluss war es spannend, immer wieder überraschend und so, dass ich nur sehr ungern Lesepause gemacht habe.

Akte X, tumultartige Szenen a la  Bud Spencer, eine ungewöhnliche Lovestory. Und die Protagonistin in der Art einer Miss Undercover, die Waffen einem 007 würdig. Die Autorin spielt mit den Möglichkeiten, die man den bekannten, aber doch geheimnisumwitterten Ermittlungsbehörden wie dem FBI zutraut. Damit bewegt sich die Geschichte permanent am Rande von „Es könnte ja vielleicht wirklich …“ und „Was wäre, wenn tatsächlich …“ Da ist es auch hilfreich, dass die Autorin besondere Kenntnisse ihrer Protagonistin (beispielsweise das Knacken von Türschlössern) plausibel zu erklären weiß. Und natürlich hat Mara auch noch ein verlässliches „Team“ – nämlich ihre Freunde, die dort weiterhelfen können, wo sie an ihre Grenzen kommt.

Müsste ich jetzt noch zu erwähnen, dass Miguel dem Klischee „Traummann in Wesen und Äußerem“ recht nahe kommt? Dass die Mädels gar nicht anders können als zu seufzen, wenn er mit seinen wunderbar dunklen Augen … Perdone! Ich schweife ab. Wer den Mann kennenlernen möchte, muss selber lesen.

Auch in diesem Buch gibt es einen Satz, der so schlicht wie gut ist, dass ich ihn hier zitieren möchte: „…diesen Taylor, der ihr so unsympathisch war wie eine dicke Schmeißfliege auf dem Frühstückstisch.“ Wenige Worte – ein Bild und wohl jeder weiß,  wie unsympathisch dieser Taylor ist, oder?

In diesem Sinne – hat mir als Leserin sehr gut gefallen.

Viele Grüße und bis demnächst

  Eure BeraTina

 

 

Geheime Zeichen von Birgit Gürtler – Mystery

Martina Decker BeraTina

Kürzlich bin ich HIER über die Aktion #Autorinnenzeit gestolpert.  Dazu gibt es eine nette Liste, mit welchen Aktionen man mal ganz bewusst Autorinnen in den Fokus stellen kann. Denn, so sagt der Autor Sven Hensel: „… Literatur ist eine Männerdomäne. Literaturpreise werden mit einer außerordentlich hohen Frequenz an Männer vergeben, vielerorts werden deutlich mehr Bücher männlicher Autoren rezensiert — der Anteil liegt je nach internationalem Magazin bei bis zu 72% …  auf Kanon-Listen muss man mit der Lupe nach einzelnen Büchern von Autorinnen suchen.“
„Rezensiere eine Autorin“ – keine Problem! Auf meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) lagen eh weit oben:

 „Geheime Zeichen“ von Birgit Gürtler .

Ein „übernatürlicher Thriller“ – so eine Kategorie bei Amazon, die anderen lauten Krimi, Thriller, Suspense . Erhältlich als kindle eBook für 2,99 / TB 8,99 , 166 Seiten Print

Klappentext: Welchen Ursprung haben komplexe Kornkreise und die überdimensionalen Nasca – Linien in der peruanischen Wüste?
Sind sie Nachrichten an Außerirdische?
Ariane hört seltsame Botschaften im Radio, die in einer fremdartigen Sprache gesprochen werden. Als Ariane in den Besitz von Papieren kommt, die eine Übersetzung der Sprache enthalten, entgeht sie nur knapp einem Mordanschlag.
Ein toter Mann in ihrem Haus verschwindet unter mysteriösen Umständen. Niemand will ihr glauben.
Auf der Suche nach Antworten, die sie bis nach Peru bringt, lernt Ariane den Wissenschaftler Patrick kennen. Er unterbreitet ihr, dass sie in Lebensgefahr schwebt, wie er selbst.
Nach einer aufreibenden Flucht steht sie einer Spezies gegenüber, die seit tausenden Jahren unbemerkt auf der Erde existiert. Sie hegen keine guten Absichten.

Es beginnt mit einer Verfolgungsfahrt durch einen Wald. Ein Mann steigt aus – nimmt ein Päckchen – flieht zu Fuß. Es regnet und dieser Mann – Patrick – weiß, dass SIE den Regen hassen.
Ein rasanter Einstieg und die Fragen bei mir als Leserin: Wer sind SIE? Was ist in dem Päckchen? Und werden SIE ihn kriegen?
Aber erst einmal erfahre ich von Ariane, dass sie vor einem alten Radio sitzt und einer tiefen, monotonen Stimme lauscht, die in einer unbekannten Sprache einen Vortrag hält.

Patrick ist Forscher – Ariane Übersetzerin – zusammen werden die beiden ein Team, das so einiges  überstehen und erleben muss, bevor die Rätsel gelöst und ein mögliches Happy End in Aussicht gestellt werden können.

Die Geschichte ist unterhaltsam und flott zu lesen. Mein weniges Vorwissen und die mir bekannten Spekulationen um z.B. die Kornkreise mischten sich mit der Erzählung. Mehr als einmal kam da der Gedanke auf, ob nicht vielleicht doch …  Im letzten Drittel macht die Geschichte noch einmal eine Wendung und spätestens da fiel mir auch wieder ein, dass ich eigentlich noch wissen wollte, was es mit Tom und seinem Sohn auf sich hat.

An manchen Stellen hätte ich mir mehr Absätze gewünscht, um dem zum Teil schnellen Szenenwechseln besser folgen zu können.

Und dann ist da noch ein so wunderbarer Satz, dass ich ihn hier unbedingt zitieren möchte,

“ … es steht uns nicht zu, Ihnen die bevorstehende Freude zu schenken, noch über Sie zu urteilen, oder den weisen Behüter in Worte zu kleiden…“

In diesem Sinne gute Leseunterhaltung   Eure BeraTina

 

 

 

 

 

Die gestohlenen Kristalle Geysirenlands von Birgit Gürtler – Fantasy

Martina Decker BeraTina

Während der BeraTina-Zwangspause habe ich die Zeit genutzt, mal wieder in aller Ruhe das ein oder andere Buch zu lesen.  Da ich mich ungern auf ein Genre festlege und ich bereits ein Kinderbuch der Autorin Birgit Gürtler gelesen hatte, habe ich mir auch ihren Jugendroman auf den Kindle gezogen.
Und weil ich weiß, wie sehr (wir) Autoren darauf hoffen, dass jemand zum Buch die Meinung sagt, kommt hier meine kleine Vorstellung und  Einschätzung von

Die gestohlenen Kristalle Geysirenlands /  Birgit Gürtler

256 Seiten TB 12,90 € / oder als eBook / Altersempfehlung seitens des Verlags ab 8 Jahre

Klappentext:

In Island werden Häuser und Straßen so errichtet, dass Feen, Elfen und Trolle nicht gestört werden. Aber gibt es diese Wesen wirklich? Lebt tatsächlich ein Stamm namens Huldufólk unsichtbar unter den Menschen? Eric hat keine Ahnung von all dem, denn er lebt isoliert von der Außenwelt bei seinem Onkel, bis ihm eines Tages ein Rabe berichtet, dass dort seine Heimat sei und nur er die Welten retten kann. Zusammen mit zwei Gnomen macht sich Eric auf in ein gefährliches Abenteuer.

Die Geschichte:

Eric ist ein Gefangener seines Onkels. Doch davon ahnt er erst einmal nichts. Die Erklärung, dass die Welt „da draußen“ für ihn gefährlich ist und sein Leben bedroht, verbietet jeden Gedanken an Veränderung. Als er dann die Wahrheit erfährt, beginnt eine abenteuerliche Flucht. Eric wird dabei begleitet und unterstützt von Bo, dem Raben und Elena. Beide sind Gnome, die beauftragt wurden, ihn zu befreien.
Sie sind Kämpfer für das freie Geysirenland und wollen das Gleichgewicht der Elemente erhalten. Mehr zu seiner Bestimmung als „Hoffnung des Geysirenlandes“ erfährt Eric bei Amilia, wo er auch auf Framar trifft, einen Jungen, mit dem er sich erst zusammenraufen muss. Die Rivalität zwischen den beiden Jungs ist in vielen Dialogen und Szenen für meinen Geschmack sehr gut rübergebracht.
Auf ihrer Mission treffen die Helden dieser Geschichte auf seltsame Wesen und müssen manches Abenteuer bestehen.

„Die gestohlenen Kristalle Geysirenlands“ ist eine Fantasy-Abenteuergeschichte, die auf jeden Fall ihre Leser finden und sie auch in ihren Bann ziehen wird. Langeweile kommt beim Lesen und den vielen Abenteuern nicht auf. Geschickt beantwortet die Autorin nach und nach die Fragen, die beim Lesen fast automatisch auftauchen: Wer ist Eric? Warum müssen jetzt … usw. Man ist permanent animiert, noch ein bisschen weiter zu lesen, um vielleicht noch etwas zu erfahren.
Die Figuren agieren entsprechend den Vorstellungen, die ich so von einer „Kinder-Bande“ habe, auch die Struktur „Anführer, Mädchen, Mitläufer, Rivale“ findet sich wieder.
Eric ist ein guter Anführer dieser „Bande“. Er weiß, was gut und böse ist, er nimmt die an ihn gestellten Herausforderungen an, beweist Teamgeist und er wächst mit seinen Aufgaben. Er verdient sich den Respekt seiner Gefolgschaft und taugt damit ganz sicherlich zum vorbildlichen Helden dieser Geschichte.

Mäkeln auf hohem Niveau: Gestört hat mich der Begriff  recht häufig verwendete Begriff „Weichei“. Er will für mein Empfinden nicht zu der Geschichte passen. Vielleicht, weil er einfach so gar nicht Fantasy ist und ich ihn mir in dieser zauberhaft beschriebenen Welt Islands nicht vorstellen kann. Aber vielleicht fällt der Autorin da ja  zur nächsten Überarbeitung/Auflage noch was „Fantastischeres“ ein ;O) –

Bis demnächst  viele Grüße  Eure BeraTina

 

 

Rezension meets Schreibberatung

Martina Decker BeraTina

Ich befinde mich gerade auf einer Lesechallenge (wie an den sich häufenden Rezensionen unschwer erkennbar ist). Mache Urlaub vom Schreiben und lese mich quer durch die Angebote. Manchmal liest Martina, manchmal BeraTina. Kommt immer darauf an, was der Autor/die Autorin mir anbietet.

Peter Kruses Buch „Grenzenlos – ein zeitgenössisches Märchen für Erwachsene“ (330 Seiten eBook und Taschenbuch) haben wir uns geteilt.

Das Erste, was an diesem Buch auffällt, ist das Cover. Das spricht nicht , das schreit … und rückt damit in einer Büchervorschlagsliste sofort in den Fokus. Clever! Sol / Sonne lese ich – mein Spanischkurs zahlt sich so langsam aus, Pluspunkt für das Buch– erst auf den dritten Blick merke ich, dass da gar nicht die spanische Sonne auf dem Cover ist. Egal – jetzt habe ich virtuell eh schon zugegriffen, schaue weiter. Das Bild von Strand mit Palme entspricht meiner Fantasie und versöhnt mich.

„Ein bisschen Fernweh gefällig?“, fragt mein Unterbewusstsein. „Warum nicht?“, gebe ich zurück, neugierig darauf, welches zeitgenössisches Märchen dahinter steckt.

Klappentext: Diese Erzählung handelt von dem schon frühzeitig von Fernweh und Lust auf Abenteuer in fremden Ländern heimgesuchten Max. Mit 24 Jahren beschloss dieser, sich selbst für sein Leben verantwortlich zu zeichnen. Also verfasste er seine Lebensziele und begab sich auf eine Reise. Sein Weg führte ihn in eine spannende und exotische Welt. Dieser machte ihn zu dem Menschen, der er heute ist.
Anhand eigener Erfahrungen und inspirierender Geschichten beeindruckender Menschen, die ihm im Leben begegnet sind, zeigt er, dass nichts unmöglich sein muss.

Bereits hier habe ich das Gefühl, dass das mit dem Märchen nichts wird. Ein biografischer Roman – womöglich ein märchenhaftes Leben – Sommer-Sonne und Sangria?

Der Einstieg in das Buch war holprig. Was an dem langen und für meinen Geschmack ZU langen und unstrukturierten Prolog liegt. Hier wäre weniger mehr. Ich lese von Lektüre für den Strand; von eigener Biografie und von Lebensphilosophie, die an mich weitergegeben wird. Zweifel, vielleicht doch beim falschen Genre gelandet zu sein. Dazwischen Anekdoten, die ich erst in der eigentlichen Geschichte vermute – interessante Begegnungen mit Menschen wie dem Regisseur Bustamante aus Guatemala. Sie ist kurz, aber wunderbar und liebevoll beschrieben.

Irgendwann habe ich weitergeblättert, überblättert und mich der eigentlichen Geschichte zugewendet. Kapitel 1 gewährt einen Blick in die Zukunft – ins Jahr 2021. Es wirft die Frage auf, ob der Protagonist „wirklich nur Glück gehabt hatte“ und leitet damit den Rückblick auf den Lebensweg von Max ein.

Danach wird’ s dann (endlich) biografisch und  unterhaltsam und spürbar authentisch: Kruse kennt die beschriebenen Länder und Handlungsorte. Lebhaft schildert er Begebenheiten und berichtet er von seinem Leben in der Heimat und in der Fremde: Ein Überfall in Mexiko, eine Liebe in Costa Rica, Chauffeur in Kuba; Sprachbarrieren und kulturelle Missverständnissen. Der Leser lernt Menschen und Kultur aus dem Blickwinkel des Autoren kennen – in einer Mischung aus sehr persönlichen Eindrücken, eigener Lebensphilosophie und viel Lebensfreude. Hier hatte ich Freude beim Lesen.

Irgendwann dann die Frage nach dem Menschen hinter diesem Buch, zumal ich mich erinnerte, im Prolog gelesen zu haben, dass die Figur Max sehr von der Biografie des Autoren geprägt sei:

Peter Kruse lebt ein Leben, in dem die einzige Konstante der Wechsel ist. Sein Werdegang ist gezeichnet von extremen Höhen und Tiefen. Er war vermögend und arm, erfolgreich und depressiv, geliebt und einsam, voller Lebensfreude und dem Tod mehrere Male nur knapp entkommen. Deutschland, England, Costa Rica, Guatemala, Kuba und Honduras waren seine Heimat und aufgeben nie eine Option.
Die Weitergabe seiner Erfahrungen aus 53 Lebensjahren sowie prägende Begegnungen mit zum Teil äußerst bemerkenswerten Menschen verschiedenster Kulturkreise, waren das Motiv für dieses Buch.

Fazit: Das Cover ist kreativ. Es fällt auf und lockt damit den Blick. Der Untertitel ist leider irreführend. Ab Kapitel 2 ist es ein biografischer Roman. Unterhaltsam und gut lesbar – Lebensweisheiten inklusive. Durchaus schön finde ich auch die Zitate am Ende der jeweiligen Kapitel. Mal habe ich sie einfach so hingenommen, mal die Geschichte dahinter recherchiert.

Wer sich für das Leben der anderen interessiert, ist mit diesem biografischen Roman durchaus gut bedient. Unterhaltsam, gerne auch mal lustig, authentisch und auf jeden Fall mit dem Herzen geschrieben.

Klappentext/ Biografie und Cover – Quelle Amazon

 

Paragrafen und Prosecco von Janine Achilles und Katharina Mosel, Roman

Martina Decker BeraTina

Wer schreiben will, muss auch lesen. Beide bedingen einander nicht nur meiner Meinung nach.

Des Schreibens im Moment ein wenig müde bin, lese ich also zur Abwechslung, was immer sich mir oder meinem suchenden Auge in den Weg legt. Und weil sich viele AutorInnen über Leserfeedback in der ein oder anderen Art freuen, hier eine kurze Vorstellung von „Paragrafen und Prosecco“ – geschrieben von dem Autorinnen-Duo Janine Achilles und Katharina Mosel

Paragrafen und Prosecco
Justitia und das wahre Leben

Dieses Buch ist unübersehbar weiblich – nichtsdestotrotz können auch Männer Spaß an der Lektüre haben.

Der Klappentext verspricht eine Geschichte, so richtig aus dem (Anwältinnen)Leben und deutet einen leichten, fröhlichen Schreibstil an:
Die ehemaligen Studienkolleginnen Ida und Karla treffen zufällig wieder aufeinander und beschließen gemeinsam eine Kanzlei zu gründen. Unterstützt werden beide von Susi, die das Examen wegen Prüfungsangst nicht bestanden hat und ohne die beiden Freundinnen bis ans Ende ihrer Tage kellnern müsste. Schon bald kommen die ersten Aufträge, die so bunt sind wie das wahre Leben. Die jungen Frauen erkennen schnell, dass die Lösung nicht immer im Gesetz steht, sondern Einfühlungsvermögen und Herz erfordert. Während sich Ida mit der unerwarteten Eifersucht ihres Gatten herumschlagen muss, rutscht Susi von einer amourösen Katastrophe in die nächste. Nur Karla will mit Männern nichts zu tun haben. Das sieht nicht nur der charmante Kollege aus der Nachbarkanzlei, der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht, völlig anders …

Ein Blick auf die Biografie der beiden Autorinnen zeigt, dass hier tatsächlich studierte Juristinnen am Werk waren. Befürchtungen, es gäbe Lese-Trockenfutter, sind dennoch unbegründet.

Liebe und Familie, Kindererziehung, Beruf und Berufung: Die Protagonistinnen nehmen ihr Leben mit kreativen Ideen und unter Verwendung aller legalen Möglichkeiten in die eigenen Hände.
Gemeinsam sind wir unschlagbar – so könnte das Motto von Ida, Karla und Susi lauten. Jede hat oder kann etwas, was die anderen nicht können oder haben.
Sie lassen sich von Widerständen nicht aufhalten, denken positiv und agieren selbstbewusst. Und fahren am Ende gut damit.

Fazit: Ein unterhaltsamer, leichter (Frauen)Roman – Identifikation mit den Protagonistinnen nicht ausgeschlossen.

erhältlich bei Amazon als eBook, Taschenbuch und Hardcover und im gut sortierten Buchhandel

Ritter Rudis Farbenzauber von Birgit Gürtler, Kinderbuch

Martina Decker BeraTina

Wenn sie nicht arbeitet oder schreibt, liest sie ein Buch oder …“ – so steht es in meiner Autorenbeschreibung. Und beim Lesestoff bin ich grundsätzlich flexibel. Von Fachbüchern zu den Themen Schreibberatung, Didaktik oder Veröffentlichen von Texten; Romane, Biografien oder auch Kinderbücher. Diese mittlerweile eher weil meine Kinder aus dem Vorlesealter längst raus sind vor dem Hintergrund, dass ich ja selbst gerne für Kinder schreibe und ich im Grunde meines Schreiberherzens eine Märchentante bin.  

Das hier jetzt vorgestellte Kinderbuch erinnerte mich an eines dieser Märchen, das ich vor langer Zeit einmal schrieb: „Des Königs Sohn“ – ein Prinz, der partout nicht lernen wollte zu kämpfen und Angst hatte vor Pferden.

Ich habe also einen Blick ins Buch geworfen das geht ja bei Amazon hervorragend und mir dann das ganze Werk besorgt. Hat sich gelohnt: Das Buch ist mit viel Liebe zum Thema gemacht. Kinder werden Freude daran haben, Eltern beim Vorlesen auch und wer ganz ohne Kinder liest, wird sich ebenfalls gut unterhalten fühlen.

Folgend eine Zusammenfassung meiner Eindrücke als Leserin und  Vorleserin:

Copyright bei der Autorin Birgit Gürtler / Verwendung ausschließlich mit Ihrer Genehmigung

Ritter Rudis Farbenzauber von Birgit Gürtler

ein Kinderbuch – Altersempfehlung bei Amazon 4 – 8 Jahre /Vorlesen und erstes Lesen
erhältlich als eBook (das ich gelesen habe) und als Print.

Eine Geschichte vom kleinen Jungen Rudi, der – wenn es nach den Plänen von Onkel und Tante geht – ein Ritter am Königshof wird.
Blöd nur, dass der Junge eigentlich andere Träume hat. Er möchte nämlich viel lieber Maler werden. Doof auch, dass die Erwachsenen in solchen Fällen erst einmal das letzte Wort haben und Rudi ungeachtet seiner Wünsche auf die abenteuerliche Reise durch für Ritteranwärter unumgängliche Mutproben schicken.

Und so sind große und kleine Leser dabei, wenn Rudi einem Drachen gegenübersteht; wenn er bei den Goldvögeln –  sind ab sofort meine Lieblingstiere :O) – ist oder einem Sumpfkobold begegnet.

Jeder Mutprobe ist ein in sich abgeschlossenes Kapitel gewidmet – dazu kommt die Rahmengeschichte. Beim Vorlesen  z.B. als Gute-Nacht-Geschichte lässt sich immer ein Schlusspunkt setzen – wenn man nicht alles vorlesen möchte oder die Zeit knapp ist oder weil man die Spannung noch ein bisschen hoch halten möchte. Auch sinnvolle Lesepausen für Ersteser ergeben sich damit.

Sprache und Geschichte sind auf das Lesealter abgestimmt, die Erzählung fließt. Erst beim zweiten Lesedurchgang tauchte bei mir die Frage auf:  „Warum wohnt Rudi bei Onkel und Tatnte? Hat er keine Mama und keinen Papa?“  Vorleser sollten sich vorsichtshalber eine Antwort zurechtlegen – meine Kinder hätten das mit Sicherheit wissen wollen.

Mich haben die bunten Illustrationen begeistert. Sie bebildern die liebevoll erzählte Geschichte sehr schön und kindgerecht. Die Botschaft hinter der Geschichte ist aber ebenso schön: Glaube an deine Träume und versuche, sie zu erreichen – auch, wenn es erst einmal so aussieht, als würden sie sich nie erfüllen.

Womit diese Geschichte sich natürlich auch für Erwachsene, die sich noch Träume bewahrt haben empfiehlt. Für Träume und deren Umsetzung ist man ja nie zu alt.

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat: Hier beweist ein kleiner Junge den Mut, individuelle Lösungen zu finden und umzusetzen. Und auch, wenn er dabei ein mulmiges Gefühl hat, bleibt er sich selbst treu und wird am Ende dafür belohnt.

Wo am Ende der persönliche Schwerpunkt der „Moral von der Geschicht'“ liegt, bleibt jedem (Vor)Leser selbst überlassen.

In diesem Sinne: eine süße Geschichte für Groß und Klein.