Die Rede – 2

Überarbeiten und erstes Werben

Und? Das gute Gefühl ausgekostet, es vollbracht zu haben?

<um sich dieses guten Gefühls noch lange zu erinnern, empfehle ich, es aufzuschreiben: als Notiz, als kleine Geschichte, als Wortsammlung – unzensiert, grad so, wie es heraus sprudelt. Oder ein Selfie am Tag X, ein kleines Präsent, das man sich selber schenkt. Erinnerungen verblassen – solcherlei Dinge frischen sie immer wieder auf>

Der Glückshormonspiegel hat sich wieder knapp über normal eingependelt? Prima! Denn was jetzt kommt, macht nur wenige Autoren wirklich glücklich:

die <erste>Überarbeitung!

Leider ist das Ganze nämlich – selbst bei größter Sorgfalt während des Schreibens, selbst bei begnadeten Schreibern oder Koryphäen der Rechtschreibung und/oder Grammatik – noch <lange> nicht druckreif. Aber Druckreifeist nun mal leider Bedingung für die Veröffentlichung

Der meines Erachtens nach beste Zeitpunkt für die erste Überarbeitung ist, wenn sich der Text wie ein fremder Text liest. Wenn man nicht mehr genau weiß, wie der nächste Satz beginnt, der nächste Absatz endet – weil man erst dann sieht, was wirklich geschrieben wurde und nicht das, was geschrieben werden sollte.

Beginnt man zu früh mit der Überarbeitung, dann über- überarbeitet man sich oder den Text, ruiniert ihn im schlimmsten Fall oder dreht Dauerschleifen, hängt sich an einzelnen Wörtern auf usw. und übersieht trotzdem das eigentlich Offensichtliche <Textblindheit>.

Außerdem ist es wissenschaftlich bewiesen, dass jeder Leser geneigt ist, Fehler zu überlesen, wenn ihn der Text ansonsten anspricht, er emotional dabei ist. < In diesem Beitrag geht es um den Leser>. Wie viel mehr wird also der Autor geneigt sein …

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kann man aber während dieser Wartezeit ruhig schon mal machen <wenn man immer noch veröffentlichen mag>. Das ist der erste Schritt in die Öffentlichkeit und damit der Veröffentlichung schon ein bisschen näher als der heimische Schreibtisch.

Das ist ein  klares Ja zu dem, was man geschaffen hat. Denn wenn nicht einmal der Autor an seine Geschichte glauben würde, wer sollte es denn dann tun?

Und gleichzeitig ist es ein kleines Versprechen – an die Freunde, die Öffentlichkeit und sich selbst: Das Versprechen, jetzt nicht nachzugeben, neue Kräfte zu mobilisieren und den Text mit aller Liebe und Sorgfalt für die Veröffentlichung vorzubereiten.

Erzählt, dass ihr eurem Ziel <dem eigenen Buch/der ersten, zweiten … Veröffentlichung> näher gekommen seid;

erzählt von dem, was ihr geschrieben habt.

Mit der gleichen Leidenschaft, mit der ihr Wort an Wort fügtet.

Erzählt von euren Geschichten, aber verratet sie nicht.

Eine kleine Vorab-Leseprobe kann Neugierde wecken. Oder eine Vorform des geplanten Klappentextes …

Social-Media

eignet sich dafür hervorragend. Der virale Charakter sorgt für einen schnelle Verbreitung interessanter Neuigkeiten.  Freunde und Verwandte helfen sicherlich gerne mit. Doch vor dem ersten Posting bitte daran denken:

Es wird Bewunderer geben: „Ich könnte sowas nicht!“.

Es wird Spötter geben: „Was kann das schon für eine Geschichte sein?“

Es wird Neider geben: „Wenn ich soviel Zeit hätte, dann hätte ich schon längst …“

Es wird Kritiker geben: „Das Niveau ist unterirdisch …“

Es tut gut – es tut weh – und verschafft einen ersten Eindruck von dem, was einen erwarten kann, wenn man öffentlich wird.

Das sollte man wollen! Das sollte man ertragen wollen! Wohl dem, der sich seiner eigenen Kompetenzen, Talente, Fähigkeiten und Schwächen bewußt ist; der Kritik annehmen und für seinen Vorteil oder Weiterkommen nutzen kann;.der Lob genießt, ohne gleich abzuheben.

Eine freundlich/neutral vorgebrachte Kritik beispielsweise an der Leseprobe/dem Klappentext kann schon in die erste Überarbeitung mit einfließen <wenn sie gerechtfertigt ist>.

Und Lob zeigt auf, wo es schon „ankommt“, wo man auf einem guten Weg ist.

Fortsetzung folgt – mit vielfältigen Möglichkeiten, den eigenen Text gedruckt in Händen halten zu dürfen. <total subjektiv natürlich>