Bunt Vermischtes

Herr Thelen, ich hab‘ Ihr Buch gelesen

BeraTina zur Autobiografie von Frank Thelen

… und ich fand auch gleich eine Gemeinsamkeit: Mein Informatik-Lehrer auf dem Gymnasium riet mir auch dringend von einer Karriere in der IT-Branche an.  Er attestierte mir schon nach der ersten Unterrichtsstunde, ich sei vollkommen talentfrei und überhaupt sei das kein Wirkungsbereich für Frauen. Dass in seinem Kurs 2 x wöchentlich ein Mädchen saß, muss ihm schon alleine bei dem Gedanken den Tag ordentlich vermiest haben. Kurz: Es hagelte regelmäßig  0 bis 4 Punkte maximal und ich blieb trotzdem – riskierte einen schlechteren Abischnitt rein aus Protest.

Startup-DNA

Startup-DNA – sowas gabs früher natürlich nicht. 🙂 Startup war bestenfalls, wenn unser Geschichtslehrer den Klassenraum betrat und wir Schüler blitzschnell von den Stühlen hochkamen. Im Übrigen, und auch da erkenne ich Gemeinsamkeiten im Zeitgeist, war man entweder Nachfolger im Familienbetrieb oder lernte erstmal was Vernünftiges. Damit man später auch problemlos eine Familie ernähren konnte. Skate-Board bin ich übrigens nie gefahren – ich hatte noch Rollschuhe. Aber ich erinnere mich gut, als das aufkam und ich mit meinem Moped aufpassen musste, dass mir keiner unter die Räder kam.

Ich lese gerne (Auto)Biografien

Ich empfinde sie als Zeitreisen und während ich lese, staune ich immer wieder, mit wie wenig materieller Ausstattung und mit wie viel Mut und Freigeist und Optimismus großartige Dinge passieren konnten und können und ein „das ist völlig unmöglich“ die Welt erobert.

Trotzdem war ich erstmal erstaunt: Beim Wort (Auto)Biografie macht mein Gehirn ohne mein aktives Zutun die Schublade Hohes-Alter-langes-Leben-etwas-schaffen,was-bleibt,-wenn-man(n)-mal-nicht-mehr-ist auf. Herr Thelen, Sie sind für meine Schublade viel zu jung!

Aber ich „kenne“ Sie aus dem Fernsehen, denn ich bin bekennender Fan von Die Höhle der Löwen.  Und gebe zu: Bis dato waren Sie mir kein Begriff. Was vor allem damit zu tun hat, dass ich erst sehr spät meine Begeisterung für Computer und Internet und noch später für Smartphone und Co. entdeckt habe. Und ehrlicherweise muss ich sagen: Wenn es ein neues Handy gibt, bitte ich auch heute noch gerne meine Kinder um Hilfe. 

BeraTina zu der Autobiografie von Frank Thelen Die Höhle der Löwen InvestorHinfallen – aufstehen – die Welt verändern

… das ist der Untertitel Ihres Buches. Mir gefällt die Nähe zu „Hinfallen – aufstehen – Krönchen richten – weitermachen“, das wir Mädels ja gerne verwenden.  Alleine deswegen war ich neugierig und wollte wissen, was dahinter steckt.  Dazu ein Cover, das mich wochenlang auf Social Media begleitet (oder verfolgt?) hat – in einer Farbe, von der eine Farbberaterin mal sagte, es wäre eine meiner Business-Farben.

Hier geht übrigens mein Dank auch an business-factory, die mir mehrfach offerierten, dass ich das Buch bei ihnen im Rahmen einer Aktion zum Versandkostenpreis bestellen könne.  Erst dachte ich: „Ne, keiner verschenkt einfach so ein Buch für 22,00 Euro!“.  Der zweite Gedanke war: „Mach was Verrücktes. Überweise die 4,95€ und warte ab, was passiert.“  Drei Tage später war das Buch da – mindestens so gut aussehend wie auf den Fotos und in toller Qualität. Außerdem übersichtlich gestaltet, prima lesbar und mit Erläuterungen zu Begriffen, die Menschen wie ich einfach mal nicht kennen.

GEEK? Nie gehört!

Jetzt weiß ich: Das ist ein Mensch, der sich intensiv mit Mathe, Technik und Computern beschäftigt, dafür eher schwach ausgeprägte soziale Fähigkeiten besitzt. Ein Geek ist kein Nerd – wer mehr wissen wil, muss das Buch lesen. 

RAM – Goldmaster – IPO … Nur drei von vielen Begriffen, die verständlich erklärt werden und auch den Laien ein bisschen hinter die Kulissen blicken lassen. CEO – CTO – CFO … angloamerikanische Bezeichnungen für Positionen in der Geschäftswelt. Bisher habe ich sie gehört, gegebenenfalls beeindruckt geguckt und ansonsten gedacht: „Ok, wer will das wissen?“  Im Rahmen der Lektüre war es interessant, als Leserin erfahre ich durch die unterschiedlichen Verantwortungsbereiche Details rundum Aufbau, Erfolg und Scheitern im Business.

Der Investor Frank Thelen

… nimmt fast ein Drittel des Buches ein – vom ersten „Versuch“ bis zum „Beruf Investor“ war es kein ganz kurzer und auch nicht gradlinig verlaufender Weg.  Nach Kindheit und Jugend, nach ersten Erfolgen und Niederlagen im Business lese ich von Food-FAMILY und darf einen Blick auf den Spickzettel werfen, der Ihnen unerlässlich ist, um die Spreu vom Weizen – pardon, die Bewerber mit dem wahren Gründergeist herauszufiltern. 

Herzlichen Dank dafür, Herr Thelen.  Ich saß jedesmal vor dem Fernseher, hörte den Pitsch, sah Bewerber zappeln, kämpfen, aufgeben, jubeln und Löwen an der Oberfläche kratzen, knurren, die Beute beäugen und im richtigen Moment zuschlagen.

BeraTina – kein Fall für DHDL

Die im Buch beschriebenen und von Ihnen unterstützten Startups – ich war via TV dabei und bin auch beim Lesen wieder begeistert gewesen, was alles möglich ist, wenn motivierte Menschen mit guten und kreativen Ideen die Welt verändern, ja vielleicht sogar ein bisschen besser machen wollen. 

Ich hatte als Außenstehende und Ahnungslose ein Bauchgefühl oder eine Tendenz – ohne sie (außer vielleicht mit Lebenserfahrung) begründen zu können. Von Ihnen lernte ich, was es bedeutet, skalierbar zu sein und wusste beizeiten, dass mein Business es nie in DHDL schaffen würde. Ein zweiter Blick auf Ihren Spickzettel bestätigt mich wiederum in meinem Tun: Fragen nach Produktangebot, Zielkunden, Marktfähigkeit, Pläne … ich bin ganz gut im Thema.

Und wenn auch BeraTina nie ein Fall für DHDL sein wird, so konnte ich doch aus den grundsätzlichen Diskussionen eine Menge für mich rausziehen. Dass es dazu noch Unterhaltungswert hat – im Besonderen die Interaktionen zwischen den Löwen, von denen Sie ja auch ein wenig im Buch erzählen – prima. Wenn lernen Spaß macht, bleibt auch mehr hängen.  DHDL – ein bisschen Business-Learning zur Primetime.

Ausblicke und mein persönliches Fazit

So war das auch mit Ihrem Buch.  Sind IT- und Food-Business auch nicht meine Themen – sie bestimmen ja trotzdem meinen Alltag. Ich war dabei, als die Welt sich vom Wählscheibentelefon verabschiedete und den Weg zum Smartphone ging. Ich weiß mittlerweile, was ein Backend ist und stehe (manchmal) mit Will-ich-haben-Blick vor den Haushalts-Robotern, die ganz von allein wissen, wann es mal wieder an der Zeit ist, den Boden zu saugen oder den Rasen zu mähen. 

Meine Welt – privat und Business – ist zu einem großen Teil digital. Ich mache Video-Telefonie und schreibe Kurznachrichten. Mein Brief heiß Email und die Cloud ist mein Fotoalbum.  Und was da noch alles kommen kann und wird: Ab Seite 209 stehts geschrieben in Ihrem Buch, Herr Thelen.

Mein Fazit: Es bleibt spanend und ich werde vermutlich noch oft staunen über neue Entwicklungen und Möglichkeiten. Ihr Buch lasse ich noch eine Weile auf meinem Schreibtisch liegen – das ein oder andere werde ich sicherlich noch mal nachlesen. Ich bin vielleicht nicht vollkommen talentfrei in Sachen IT, aber mehr eben auch nicht.

Und wer jetzt auch an dem Buch interessiert ist – wer mehr wissen möchte über Bitcoins, Blockchain und Deutschland 4.0 – über Frank Thelen und seine Lebensgeschichte …

Frank Thelen – Die Autobiografie – ISBN 978-3867 746 113 – 22,00€ – www.frank.io

Nachweis für das Beitragsbild: © Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

 

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