Im BeraTina Interview – Marketingstratege Andreas Paersch

BeraTina - Martina Decker

Für BeraTina und als Schreiberin interessiert mich: Welche Schlüsselbegriffe gibt es? Wie ist die Fachsprache aufgebaut? Wo gibt es kreative Wortschöpfungen?

 

BeraTina - Martina DeckerAuf der Website von Andreas Paersch habe ich das Wort „Kundenbegegnungsprozesse“ gefunden.

Da Andreas sein Büro nicht weit von meinem Heimatort hat, habe ich ihn dazu im BeraTina – Interview befragt:

„Bitte, Andreas, was ist denn unter Kundenbegegnungsprozessen zu verstehen?“

(Andreas schmunzelt): Ja, es ist schon eine sehr spezielle Wortschöpfung, die da entstanden ist und bei der sich bei so manchem Duden-Profi die Nackenhaare sträuben. Zugegeben, ich will damit schon ein wenig provozieren und zum Nachdenken anregen.“

„Nachdenken? Über was genau?“

Wie man die eigene Selbstvermarktungsstrategie gehaltvoller macht und dieser wieder mehr Kraft gibt.

„Ok. Und was steckt dahinter?“

Nun, wenn ich als Anbieter jemanden für meine Produkte und Dienstleistungen begeistern will, konzentriere ich mich in erster Linie auf die Frage, welche Vorteile bzw. welche Unterstützungen meine Angebote dem potentiellen Kunden liefern können. Hierzu sollte ich am besten „die Kundenbrille“ aufziehen, um mein Portfolio aus der Sicht des Kunden gezielt zu hinterfragen. Je genauer das Bild von meinem anvisierten Wunschkunden ist, umso einfacher kann ich ihm begegnen und ihm passgenaue Lösungen anbieten.

Interessiert er sich beispielsweise für das auf meiner Website beschriebene Angebot, so führe ich ihn in einem nächsten Schritt klar und strukturiert zu dem Punkt, an dem er seine Bestellung auslösen oder Kontakt mit mir aufnehmen kann. Derart entwickle ich die Begegnung mit dem Kunden Schritt für Schritt und kundenbedarfsorientiert weiter und vertiefe sie.

Kurz gesagt: Unter Kundenbegegnungsprozessen verstehe ich einen nachhaltigen Austausch „auf Augenhöhe“!

Kannst du diese Kundenbegegnung noch ein bisschen verdeutlichen?

Überall dort, wo potentielle Kunden mit meinem Unternehmen in Kontakt kommen, begegne ich ihnen und habe die Chance, eine möglichst nachhaltige Verbindung aufzubauen.
Im persönlichen Gespräch kann ich mich perfekt auf ihn einstellen und auf Fragen oder Gesten direkt eingehen.

Schwieriger ist es dort, wo ich nicht aktiv dabei sein kann, wie beispielsweise auf meiner Website.
Hier hat darum die „Über mich“- Seite eine entscheidende Bedeutung.
Dort stelle ich mich vor – als Persönlichkeit und Dienstleister.
Dort begegne ich dem Kunden.
Und er wird entscheiden, ob es bei einer flüchtigen Begegnung bleibt oder wir zukünftig eine engere Verbindung eingehen werden.

Dann vielleicht eine Anregung für alle, die jetzt gerade ihre Über-mich-Seite konzipieren oder überarbeiten wollen?

Aber gerne! Denn gerade bei diesem Punkt des Prozesses haben zahlreiche Websites von Dienstleistern meiner Erfahrung nach noch starke Verbesserungsmöglichkeiten.

Also: Durch die Kundenbrille schauen und sehen, ob wirklich für den Kunden geschrieben wurde. Kann er dort Vertrauen zu mir aufbauen und in seiner Entscheidung bekräftigt werden, auch Kontakt zu mir aufzunehmen? Unterstützt die Beschreibung meiner Angebote den Kunden bei seiner Entscheidungsfindung? Und ist der Mehrwert meiner Lösung prägnant und attraktiv formuliert? Biete ich dem Kunden auch wirklich die Möglichkeit, mein Angebot unkompliziert anzunehmen?

Ok, das lassen wir mal ein bisschen wirken. Andreas, nächste Frage: Was ist das Schlüsselwort für Dich in der Kundenbegegnung?

Wertschätzung!
Darum halte ich beispielsweise auch meine Kommunikation in Wort und Schrift so, dass jeder sie verstehen kann. Mir sind schon einige Internetauftritte untergekommen, wo man versuchte, mich mit Fachausdrücken und Fremdwörtern zu beeindrucken. Wenn ich aber als Leser einen großen Teil nicht verstehe oder erst googeln muss, dann fühle ich mich als Kunde nicht wertgeschätzt. Und das führt nicht nur bei mir zum Weg-Klicken.

Da rennst du bei mir offenen Türen ein. Ist auch mein Credo!

Im Übrigen spielt heutzutage auch der Zeitfaktor eine erhebliche Rolle. Wir alle wissen, wie hektisch und rasant unser Tagesablauf ist. Lieblose Überschriften und teilweise ermüdende Berichte aus der ICH-Perspektive schrecken mehr ab, als dass sie die Kunden ansprechen. Grundsätzlich sollte es immer um die werthaltige Lösung für unsere Kunden gehen. Und wenn es dann noch gelingt, unsere Begegnungen ab und zu mit einer Überraschung zu garnieren …

Du machst Marketing für Selbstständige und auch speziell für Gesundheitsexperten. Was macht für Dich für den Reiz aus, die „nicht ganz großen“ Firmen und Unternehmen dieser Welt als Marketingstratege zu begleiten?

Kurze Entscheidungswege, hohe Flexibilität, schnelle Umsetzungen und das Fehlen von Ränkespielen machen es für mich als Prozessoptimierer attraktiv, mit inhabergeführten Unternehmen zusammenzuarbeiten. Hier kann ich als Sparringspartner, Coach, Stratege und Konzeptionierer schnelle Unterstützung für die Selbstvermarktung liefern.

Zur Branche der Gesundheitsexperten bin ich aus persönlichen Gründen gekommen. Vor fünf Jahren habe ich meine Ernährung ganz bewusst auf vegetarisch umgestellt. Die thematische Vielfalt rund um ein gesundes Leben hat mich so fasziniert, dass ich die Plattform Netzwerk Grünkraft ins Leben gerufen habe. Dort biete ich selbstständigen Gesundheitsexperten die Möglichkeit der Präsentation in Form von Kurzprofilen und Mehrwertartikeln.
Ja, und auf eben diesem Wege lernte ich eine Vielzahl interessanter Menschen kennen, darunter Ernährungsberater, Physio-, Psycho- und Gestalttherapeuten sowie weitere Selbstständige der heilenden Berufe. Da kam dann einfach das Eine zum Anderen.

Gibt es einen Andreas–Geheim-Tipp – zum Leben oder Marketing – , den du den Lesern verraten könntest?

Spiele Deine Stärken aus und hab‘ Freude an Deiner Arbeit!
Das ist das Motto, das mich begleitet und das ich gerne weitergebe.
Ich erlebe in Strategiegesprächen immer wieder, dass Kunden sich in zu vielen Angebotsideen verlaufen und ihre Stärken aus dem Blick verlieren. Und plötzlich fehlt auch der spürbare „Spirit“ – die Energie, mit der man Kunden anstecken und begeistern kann.
Ich versuche dann immer gemeinsam mit meinen Kunden einen feuerentfachenden Weg der Kommunikation herauszuarbeiten. Die Funken müssen einfach fliegen!

Lieber Andreas, vielen Dank für Deine Zeit und Deine Antworten. 🙂

 

Kurzportrait Andreas Paersch

Andreas Paersch unterstützt selbständige Gesundheitsexperten dabei, eine nachhaltige und erfolgreiche Kunden-Kommunikation aufzubauen. Marketing ist seit 2003 sein Steckenpferd – zuerst als Marketing-Verantwortlicher einer Frankfurter IT-Beratungsgesellschaft, seit 2015 als selbständiger Berater mit den Schwerpunkten Online-Marketing & Social Media Marketing. Er ist Dipl. Betriebswirt. Daneben ist Andreas Paersch Gründer & Herausgeber der Online-Plattform „Netzwerk Grünkraft“. Hier erhalten selbständige Gesundheitsexperten u.a. die Möglichkeit der Präsentation eigener Firmenportraits sowie die Gelegenheit, eigene Fachartikel zu veröffentlichen. Weitere Informationen: www.paersch.com

(Foto von Andreas Paersch by Kerstin Baensch)

Kategorie BeraTina Interview
Autor

berufliches - akademisches - kreatives- biografisches Schreiben Coaching - Texterstellung - Textoptimierung Kurzgeschichten und mehr... "Wolfskind" - Ein Roman nicht nur für Bad Kreuznach "Auch Schmetterlinge können sterben" - mein Liebesroman 2017 "Lesen & Lauschen - Märchenhaftes" - Märchengeschichten für Groß und Klein mit Illustrationen von Nina Decker

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