Bunt Vermischtes

Keine Texte, Ideen oder Gummiband

Kein Musenkuss

Seit dem letzten Sommer hatte ich regelmäßig das Gefühl, der Zeit hinterher zu laufen. Irgendwie schienen mir die drei Wochen Urlaub trotz meiner Meinung nach guter Vorbereitung und Planung zu fehlen.

Ein gefülltes Auftragsbuch, Deadlines und einen extrem durchgetakteten Arbeitstag. Weil auch Kreativität Struktur braucht – der Rahmen, innerhalb dessen sie sich hemmungslos entfalten kann.

Plötzlich fand ich mich in der Vorweihnachtszeit wieder. Hey, was wollte ich nicht alles umgesetzt haben – sogar ein Selbstlernkurs für Schreibende im Business war dabei.  Bis zur Testleserrunde hat er es geschafft – dann war vorläufiges Ende. Denn frau muss Prioritäten setzen, der Tag hat nur 24 Stunden und so ein wenig Privatleben mit Familie und Freunden ist ja durchaus auch wünschenswert und wichtig. 

Corona-Dreigestirn: Wie geht es dir?  – Pass auf dich auf!  –  „Bleib gesund!“

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Nachfrage und gute Wünsche – nie kamen sie so häufig wie aktuell. Schön, wir nehmen uns wieder wahr. Verwirrend, es fragen Leute nach, mit denen wir vielleicht bisher gar nicht so viel zu tun hatten. Wir rücken mehr zusammen – virtuell natürlich oder wahren zumindest den Abstand. Denn: „Mit Abstand bist du mir am liebsten!“ heißt es auf Plakaten, die an Schaufenster hängen, unter Emailsignaturen prangen oder als buntes PopUp aufploppen. Lustige Idee – vielleicht – ich mag diesen Hinweis trotzdem nicht.

Zuhause bleiben – Abstand halten – Hashtags wie #wirschaffendaszusammen oder #wirbleibenzuhause  sind mittlerweile beinahe so selbstverständlich wie das Einmaleins. Kein Treffen mehr mit Freuden, kein gemütlicher Abend in der Straußwirtschaft. Der Besuch bei den (Schwieger)Eltern, die Reise nach Egalwohin, Kinder auf dem Spielplatz … Homeoffice, Meetings … Kunst und Kultur finden online statt. Mit jedem Tag bin ich dankbarer für „unseren“ letzten Theaterabend Anfang März im Gerry Jansen Theater in Alzey. 

Tags zuvor – Corona war noch eine ziemlich unglaubliche Sache – haben wir angerufen, gefragt, ob die Vorstellung stattfinden wird. „Klar, ist eh nicht ausverkauft und Sie können locker 2 Meter Abstand halten, wenn Sie wollen!“  Jetzt hat das Theater zu und ich hoffe inständig, es wird dort irgendwann weitergehen. Damit ich, damit viele wieder unterhaltsame Stunden erleben können. Weil das Kultur ist und Kunst – einfach Lebensfreude.

Kein Text-Bedarf, weil alle schließen

Ja, so ist das, wenn frau mit Freiberuflerinnen und Einzelunternehmerinnen zusammenarbeitet. Und wenn sie selbst genau das ist: Freelancerin und Einzel-Kämpferin. Wie hat Oma immer gesagt: Da ist einem das Hemd näher als die Hose …

Was habe ich mich seit einem halben Jahr auf den Freelancer-Day bei OMT gefreut. Meine erste Konferenz hätte es werden sollen … nicht online, wie sonst, sondern so richtig vor Ort mit Stehtisch und Kaffeepause. Mit Smalltalk zwischen den Vorträgen und geflüsterten „Bemerkungen“ während der Vorträge.  Vielleicht nächstes Jahr?

Aber doch – es gibt auch noch die ein oder andere Kundin, die weitermacht. Die sich die „freie“ Zeit nimmt – auch für Vorbereitungen auf den Tag X. Die immer mal wieder ein bisschen Text braucht. Oder – weil Corona nicht nur trennt, sondern tatsächlich auch irgendwie Verbindung schafft – mit denen ich einfach so chatte, telefoniere oder mich im virtuellen Meetingraum treffe. „Wie geht’s?“ und am Ende dann: „Pass gut auf dich auf! Bleib gesund!“ 🙂So viel zu tun BeraTina trotzt Corona Pause

Engagement – reduzierte Preise – Zeit

Noch so ein Corona-Dreigestirn.

Zeit: Wo Aufträge wegbrechen, bleibt mehr Zeit für sich selbst. Gleich zu Anfang hatte ich eine Liste gemacht von all den Dingen, die ich jetzt endlich tun werde. Von A wie Aufräumen bis Z wie Zusammenpacken war alles dabei. Nicht einmal die Hälfte ist abgearbeitet – weder habe ich Fenster geputzt, noch die Steuererklärung komplett fertig bekommen. Und war trotzdem gut beschäftigt.

Reduzierte Preise: Ja, auch wenn da manche Menschen anderer Meinung sind und immer wieder für meinen Geschmack sehr hochpreisige Angebote in der Krise gemacht werden – weil das alles ja danach wieder in mega viel Umsatz gewandelt werden kann – ich habe reduziert und biete aktuell individuell abgesprochene Tarife. Natürlich befristet auf das Ende der Krise – auch meine Rechnungen müssen schließlich bezahlt werden. Ich liebe meine Arbeit! Und so haben wir alle was davon und können hoffentlich demnächst irgendwann entspannt und freudig neu anfangen.

Engagement: Zum einen natürlich bei allem, was Text ist und Textarbeit.  Aber auch, wenn es um Hilfen ganz anderer Art geht. Nämlich da zu unterstützen, wo Kenntnisse und Fertigkeiten und Materialien gebraucht werden, die vor Ort nicht vorhanden oder nicht zu bekommen sind.

Alltagsmasken – Behelfsmasken – Mund-Nasen-Schutz

Die einen tragen sie mit Fassung, die anderen lehnen sie kategorisch ab.

Neben Sorgen, guten Wünschen und zumindest zeitweilig viel freier Zeit eint das Nähen die Welt.  Masken sind Pflicht im öffentlichen Bereich und – so mein Eindruck – avancieren mehr und mehr zum modischen Accessoire. Sie werden designt und mit lustigen Sprüchen versehen. Masken aus alten Socken,  Schals, Shirts und aus mittlerweile nicht gerade günstigen bunten Baumwollstoffen. Unter Freundinnen werden die besten „Schnitte“ ausgetauscht und Social Media ist voll von zum Teil sehr amüsant untertitelten Nähvideos.

BeraTina näht corona und die freie Zeit caritative spenden
Buntes Allerei aus Stoff und Garn – leider noch ohne Gummiband 🙂

Und ich mach mit!

Seit Wochen nähe ich diese Dinger – es dürften mittlerweile 100plus sein – habe mehrere Muster ausprobiert,  selbst um-designt und so ziemlich jeden „überflüssigen“ Stofffetzen im Haus verarbeitet. Habe mein Taschengeld in Meterware und Stoffpakete investiert, Omas an mich anno 1998 vererbte Gummilitze (ja, sie war noch prima in Schuss) zu Ohrenschlaufen gebunden  und kilometerweise Nähgarn durch den Stoff genadelt. Familie und Freunde sind ausgestattet, den Rest habe ich gespendet.

Was fehlt, ist Gummiband. Bestellt ja, geliefert noch nicht. Die Baumwollkordel wurde  als nicht ganz so komfortabel von den Trägern empfunden – ein wenig sperrig und nicht elastisch genug, wurde mir zugetragen.  Für das Binden im Nacken und Hinterkopf dagegen sei sie perfekt … gut zu wissen.

Letzte Woche dann die Bitte, ein paar freundlich bunte Kindermasken zu fertigen. Sie werden mit anderen Teilen in ein kleines spanisches Dorf verschickt – so klein, dass selbst der Amazon-Bote nur schwerlich dorthin findet. Und unter den strengen Auflagen dort erst recht den Weg meidet.

für Spass beim Maskentragen kinder BeraTina

Zugeschnitten ist das Futter bereits … aber, du ahnst es sicher schon: Es fehlen Stoff und Gummilitze. Bunte Einhörner habe ich bestellt für die Mädels und Indianerdesign für die Jungs, Schäfchen und Bauernhofmotive für alle …

BeraTina – Texte, Textarbeit und kreative Nähereien

Wobei der Fokus natürlich auf kreativ liegt. Ich bin weder Schneiderin noch Näherin. Und natürlich sind nicht alle Nähte gerade und werden die Zuschnitte dem strengen Auge einer Fachfrau nicht gerecht. Meint: Wo die Näherin diese Masken näht, da „bastel“ ich sie kreativ mit Nadel und Faden.  Weil damit etwas Sinnvolles tun so viel wichtiger ist wie eine perfekte Naht. Zu gebrauchen müssen sie sein – einen Mindestschutz bieten – wenn dann noch ein bisschen gute Laune über das Design mitgeschenkt werden kann, dann bin ich damit vollkommen zufrieden.

In diesem Sinne: Danke, dass du bis zum Ende gelesen hast und Danke für das, was du mit Sicherheit gerade für andere tust. Ich hoffe, es geht dir gut. Pass gut auf dich und bleib gesund!

über

berufliches & kreatives Schreiben Textoptimierung - Texterstellung - Coaching

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