Schreiben ist Verbindung(en) herstellen

BeraTina - Martina Decker

BeraTina - Martina Decker

Sinn- und Wortverbindungen herstellen

Schreiben ist Verbindung

habe ich am Montag geschrieben und das „leere“ Sternenbild vorgestellt.  Dazu die (Rätsel-)Aufgabe, alle Sterne mit einer Linie zu verbinden.

Der einzige Hinweis dazu war: „Es hat mit dem Thema Kommunikation zu tun und mit dem Schreiben als Kommunikations-Medium und natürlich auch mit dem Lesen als Kommunikations-Medium.

 

Die Sterne stehen in diesem Bild für ein Wort, das ich jemandem geschrieben habe.

Für mich gibt es sinnvolle Verbindungen zwischen den Sternchen – ein Laut, eine Kombination … what ever. Ganz klar steht da mein Wort – genau das, was ich gerade schreiben wollte. Eindeutig! 

Noch schwieriger würde es sein, wenn jeder Stern ein Wort wäre.

„Herzlich willkommen auf meinem Blog. Ich freue mich!“ Aber wer soll darauf kommen? Es fehlen einfach zu viele Informationen, die darauf schließen lassen. Darum: zurück zum einzelnen Wort:

Keiner versteht mich! Niemand versteht mein Wort!

Kommt das bekannt vor? Dabei habe ich einfach nur MARIANNE gesagt 🙂

Als Leser kann ich das aber nicht zuordnen und bin gezwungen, meiner „Fantasie“ freien Lauf zu lassen. Der Leser ist ja grundsätzlich geneigt, verstehen zu wollen. Denn er hat den Text ausgewählt mit dem Wunsch, ihn zu lesen und seine Informationen daraus zuziehen. Er beschäftigt sich also mit dem, was er vorfindet. Er sucht in seinem Vorwissen nach ähnlichen Dingen und Inhalten. Davon zieht er Rückschlüsse auf das aktuelle Problem.

Wenn dieser Leser also mein Sternchenbild sieht, kommt er womöglich auf die Idee, es könnte sich hierbei um einen Namen handeln. Und er liest STEFANIE. Die ist allerdings 20 Jahre jünger als MARIANNE und überhaupt kenne ich STEFANIE gar nicht.

Noch verwirrender würde es werden, wenn mein Leser KLAUS-UWE herausliest. Weil ich nämlich gerade einen Artikel über die Wechseljahre schreibe. Mein Leser könnte denken, ich wäre ein wenig durch den Wind oder müsste mal meinen Koffeinkonsum zurückschrauben.

Die Lösungen für das Sternchenbild  sind im Workshop und auch online immer sehr vielfältig.

Hier mal ein paar Beispiele:

 

  • BeraTina - Martina DeckerBei den Lösungen 1,2 und 3 haben sich die Leser genau am Originalbild orientiert.
  • Der Leser von Bild Nr. 4 hat das Blatt um 180° gedreht.
  • Der Leser von Bild Nr. 6 hat die Vorlage um 90 gespiegelt.
  • Der Leser von Bild Nr. 5 hat beschlossen, auf eine Information in meinem Text zu verzichten ( der einzelne Stern über dem Zelt links)

Was ist das Problem?

Außer mir – der Schreiberin – kann niemand aus der Anordnung der Sterne erkennen, was ich sagen will. Es fehlen die Hilfslinien, richtungsweisende Markierungen oder Hinweise auf den Zusammenhang, in dem dieses Wort steht.

Wären wir im direkten Gespräch, würden sich diese Hilfen durch den Rahmen, meine Gestik, meine Mimik oder beispielsweise meine Thema ergeben. Auf einem Kongress zum Thema Wechseljahre käme erst einmal niemand auf die Idee, ich würde von einer 25-Jährigen sprechen oder von Klaus-Uwe.

Und natürlich hätte jeder die Chance, nachzufragen: „Wie bitte? Was hast du da gesagt? Wie hast du das gemeint?“

Die Chance ergibt sich im Schriftverkehr – online auf Websites oder im ganz normalen eMailAustausch oder der täglich anfallen Post eher selten bis gar nicht.  Es wird ins Blaue geschrieben und verschickt und online gestellt. Der Leser als Empfänger auf der anderen Seite gibt sein Bestes und traut sich meist nicht, nachzufragen. Die Angst, als doof oder unwissend dazustehen, ist weit verbreitet.

Im schlimmsten Fall für das Business kommt dieser Leser einfach nicht wieder. Er fühlt sich unwohl, weil er nicht versteht oder missversteht.

Was ist die Lösung?

Als Schreibende müssen wir dem Leser möglichst viele Hinweise geben zu dem , was wir wirklich meinen und sagen wollen. Statt – wie im Sternchenbild – 8 Sterne sollten wir 16 oder besser noch 24 Sternchen „setzen“.  Dann wird das Bild klarer und eindeutiger. Wir beugen Unverständnis und Missverständnis vor. Das könnte im Bild dann so aussehen:

BeraTina - Martina DeckerDa wird deutlich: Mein Sternchen-Wort war dann wohl weder MARIANNE noch STEFANIE oder KLAUS UWE . Es war Schiff.

Leser zwei hat mich also verstanden – einer von sechs in diesem Beispiel. Hochgerechnet auf die Besucherzahlen  meiner Website wären das viel zu wenige. Danke, Nummer 2, aber von deinen Besuchen alleine kann ich nicht überleben.

Von daher ist es ungemein wichtig, die eigene schriftliche Kommunikation so zu gestalten. dass sie nahezu jeder versteht.

  • Wenn ich gelesen werden will!
  • Wenn ich mein Wissen teilen will!
  • Wenn ich meine Angebote zeigen will!


Checken wir also alle unsere Texte und fragen wir im Zweifel unsere Besucher, was sie nicht verstanden haben, weil wir es nicht deutlich gesagt haben.

By the way: Was ist in meinen Texten unverständlich? Wo kann man mir nur schwerlich folgen?

Schreibt es mir in die Kommentare oder bei FB.

 

 

Kategorie Allgemein
Autor

berufliches – akademisches – kreatives- biografisches Schreiben
Coaching – Texterstellung – Textoptimierung
Kurzgeschichten und mehr…
„Wolfskind“ – Ein Roman nicht nur für Bad Kreuznach
„Auch Schmetterlinge können sterben“ – mein Liebesroman 2017
„Lesen & Lauschen – Märchenhaftes“ – Märchengeschichten für Groß und Klein mit Illustrationen von Nina Decker

4 Kommentare

  1. Hallo liebe Martina,

    jetzt habe ich mir die Seite genau durchgelesen, und finde den Textaufbau echt spannend! Zuächst hatte ich einige Fragezeichen im Kopf, und am Ende bin ich total begeistert. Wow

    • Hallo Yeliz, wie schön, dass du dir gleich zweimal die Zeit genommen hast. Vielen Dank. Dein Feedback freut mich sehr. Besonders, weil ich dieses Thema auch so spannend finde. Fühl dich auch weiterhin eingeladen, hier ab und zu zu stöbern. Herzliche Grüße Martina

  2. Tatsächlich bin ich soeben wieder hier gelandet:-))) eine tolle Seite , irgendwie mag ich dieses nüchterne hier , dass aber sehr viel aussagt … danke

    • Liebe Yeliz, darüber freue ich sehr. Da du selbst überrascht wirkst, nehme ich an, du bist ein wenig „weniger nüchtern“ 🙂 Das Sprichwort sagt: Gegensätze ziehen sich an. Inspirieren wir uns also gegenseitig und wachsen an und mit dem, was die andere hat, das jeweilige Ich aber nicht. Herzliche Grüße

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