Schülerschreibprojekt – Reflexion

Martina Decker BeraTina

Jetzt sitze ich also vor dem PC und versuche, das Schülerschreibprojekt aufzuarbeiten. Was war gut? Was weniger? Und ich muss gestehen: Der zeitliche Abstand und mein persönlicher Ferienmodus machen mir dieses Unterfangen nicht unbedingt leichter. Wie hat der Dozent während der Lehreinheit über Reflexion gesagt? „Reflexionen machen Sie am besten zeitnah und wenn die Eindrücke noch frisch sind.“ OK – ich stimme zu und gelobe Besserung für das nächste Mal.

Allerdings gibt es zum Glück ein paar kleine Tricks, mithilfe derer man dem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge helfen kann. Unter anderem sind das natürlich meine Aufzeichnungen – Vorplanungen ebenso wie Notizen, die ich während und kurz nach jedem Workshop-Nachmittag gemacht habe.

Zu den Vorplanungen – nicht nur für diesen Workshop – gehört (bei mir immer) die Flowchart. Sie gibt Einblick in das gewählte Konzept, den Aufbau und das angestrebte Ziel.  Daneben werden die zu verwendenden Methoden erwähnt.

Das hilft den TeilnehmerInnen, sich eingangs mit dem, was sie erwarten wird, vertraut zu machen. Ganz wichtig ist der Vermerk der Pausen – besonders in etwas „trockenen“  Themen-Phasen kann die Vorfreude und Aussicht auf die angekündigte Pause die Motivation hoch halten.

Gleichzeitig ist das Erstellen einer Flowchart für mich und grundsätzlich eine gute Methode, Plänen und Planungen eine Form zu geben und visuell Klarheit zu schaffen über das Ausmaß der „Ideen“, die „verarbeitet“ werden sollen.

Zu viele Ideen – egal wie gut oder sinnvoll sie sein mögen, für wie wichtig sie gerade erachtet werden können  – überfordern schnell: den Zeitrahmen, die Teilnehmer und natürlich auch mich/jeden anderen Vortragenden, Referierenden etc. , weil die Vorbereitungen plötzlich gar kein Ende mehr nehmen – vom Hölzchen zum Stöckchen usw.

Darum muss ich hier gestehen: Was ich für den Workshop geplant und ergo in meiner Flowchart für das Schülerschreibprojekt dargestellt hatte, war tatsächlich sehr viel – im Rückblick wohl schon zu viel: Ideen-Generieren, Methoden, Leseverhalten, Textsorten …. da kam einiges zusammen – es schien mir alles irgendwie wichtig, elementar … in der Planungsphase ;O).

Nun, nicht alles wurde darum tatsächlich umgesetzt,dafür nach Bedarf hinzugefügt, variiert, verkürzt, intensiviert … Ein Plan ist eben nur ein Plan. Er sollte, muss sogar aktiv immer dann angepasst werden, wenn sich zeigt, dass er an der ein oder anderen Stelle fehlgeplant ist. Oder den Bedürfnissen der Teilnehmer nicht gerecht wird.

Für mich galt es, einen Mittelweg zu finden, der die Interessen der Schule und der Schülerinnen bediente. Wo setzt man da die Prioritäten? Schwierig! Dass die Mädels viel lieber „nur“ an ihren Geschichten geschrieben hätten … ich konnte und kann es ihnen nicht verdenken. Dass das Feedback am Ende dennoch positiv war, freut mich darum besonders. Und wenn es auch Unsicherheiten in der Gewichtung gab, bei einem bin ich mir ziemlich sicher:

Dass sie etwas „mitnehmen“ konnten für ihr eigenes Schreiben, vielleicht sogar für ihr schulisches und später einmal studentisches oder berufliches Schreiben. Und dass ich auch ganz viel gelernt und „mitgenommen“ habe, nun das zeigt – glaube ich – schon diese Reflexion.

Im Herbst wird es einen nächsten Kurs „Literarisches Schreiben“ geben – die wertvollen Erfahrungen aus dem Schülerschreibprojekt werde ich dorthin mitbringen. Und weil Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude ist, beginne ich genau jetzt mit dem Freuen auf diese beiden Vormittage und die Menschen samt ihren Ideen, die ich dann treffen werde!