So war er, der Vorlesetag

Ich war ein bisschen früh und wartete im Eingang auf den Direktor, als ein kleiner Junge durchs Treppenhaus rannte. Er sah mich an,  zögerte kurz, grinste und meinte: Guck mal, ich hab neue Schuhe! Aus’m Urlaub!“ Wo er gewesen war, wußte er nicht mehr. „In einem Hotel, aber woanders – nicht n Deutschland. Da gibt es auch Hotels, aber da waren wir nicht!“ erklärte er mir ernst und verschwand dann Richtung Pausenhof.

Ein paar Minuten später saß er dann in der zweiten Reihe und hörte zusammen mit den anderen Kindern der Klassen 1+2 aufmerksam zu, was ich vorlas. Eine Stunde oder  drei Geschichten und zwei Märchenballaden später  kamen die Kinder der Klassen 3+4.

Nicht jede Geschichte „funktioniert“ beim Vorlesen so, wie man sich das beim Schreiben gedacht hat. Vielleicht zu lang – zu detailverliebt – doch zu „erwachsen“ – ich gebe gerne zu: Nachmittags habe ich zwei der fünf Texte noch einmal überarbeitet, einen würde ich heute nicht mehr in diese „Programm“ packen.

Schön waren auch die Gespräche, die aus den Geschichten heraus zwischen den Kinder und mir entstanden oder aus dem, was sie sonst noch wissen wollten.  Zum Beispiel: „Wo kommen die Ideen für Geschichten her?“

Zum Schluß hat jedes Kind ein Heftchen mit allen Geschichten des Vormittages als Geschenk bekommen. Und der ein oder andere wird vielleicht noch einmal lesen, was er an diesem Morgen gehört hat.

Kategorie Bildungseinrichtungen
Autor

berufliches – akademisches – kreatives- biografisches Schreiben
Coaching – Texterstellung – Textoptimierung
Kurzgeschichten und mehr…
„Wolfskind“ – Ein Roman nicht nur für Bad Kreuznach
„Auch Schmetterlinge können sterben“ – mein Liebesroman 2017
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