So weiss – so leer

Martina Decker - BeraTina

Da liegt es so jungfräulich  auf dem Schreibtisch und scheint uns, die wir darauf schreiben wollen, zuzurufen: „Tu es nicht! Beflecke nicht meine Reinheit mit deinem Kugelschreiber/Füller etc.“ Da blitzt uns gleißendes Weiß entgegen vom Bildschirm, wenn wir ein Dokument im Textprogramm öffnen. Und es scheint perfekt in seiner Unbeschriebenheit. Die Angst, mit einem vollkommen blödsinnigen Geschreibsel diese schöne Leere zu füllen, kann ein zusätzliches Problem sein – soll aber heute nicht das Thema sein – dafür wird es bei Gelegenheit einen neuen Post geben.

Wäre da nicht der Wunsch, vielleicht sogar das Bedürfnis, gar ein Verlangen oder auch nur ein profaner Auftrag – die Hausarbeit/die Abschlussarbeit/der Brief – , etwas aufzuschreiben, man könnte diese perfekte Leere, dieses perfekte Weiß einfach nur genießen.

Das Dilemma: Wir müssen etwas nahezu Perfektes zerstören, um etwas Neues (wunschgemäß auch nahezu Perfektes – nur eben anders) –  unsere Geschichte/Gedicht/Text – zu erschaffen. In diesem inneren Konflikt gedeihen Schreibhemmungen, wachsen sie sich im ungüstigsten Fall zu Schreibblockaden aus.

Eine Lösung:  Oft hilft es, sich vorsichtig mit einem ersten winzigen Kritzel heranzupirschen. Ein schüchterner Strich ganz unten in der Ecke, ein zartes Blümchen am Rand. Schaut man das Blatt danach an, ist es immer noch sehr leer, immer noch weiß. Kein Akt der Zerstörung erkennbar. Vielleicht ist es jetzt sogar noch ein bisschen schöner.Ganz sicher abert ist es immer noch schön – anders schön! Dieses gute Gefühl trägt zum nächsten Kritzel und kann bis hin zu Worten und Texten tragen.

Einfach mal ausprobieren!  Viele Grüße Eure BeraTina

Kategorie Schreibberatung
Autor

berufliches - akademisches - kreatives- biografisches Schreiben Coaching - Texterstellung - Textoptimierung Kurzgeschichten und mehr... "Wolfskind" - Ein Roman nicht nur für Bad Kreuznach "Auch Schmetterlinge können sterben" - mein Liebesroman 2017 "Lesen & Lauschen - Märchenhaftes" - Märchengeschichten für Groß und Klein mit Illustrationen von Nina Decker