Von Folgern und Schaffern

Hier kommt die Auflösung zum Fragebogen. Und weil Bilder ja bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, gibt es zu den beiden Grafiken nur jeweils eine kurze Erläuterung.

StrukturfolgerDer Strukturfolger arbeitet sehr sythematisch und planvoll. Er achtet darauf, jederzeit den Überblick zu haben und ihn auch zu behalten. Die Vorbereitungszeit für einen Text ist groß, die Geschichte (beispielsweise) eigentlich schon fertig, wenn er sie aufschreibt. Vorteil: Der Fortschritt der Arbeit ist klar ersichtlich, der Überarbeitungsbedarf meist geringer. Nachteil: Er weicht nur sehr ungern von dem vorgefassten Plan ab – neue Ideen/Ansätze finden schwerlich Eingang.

 

StrukturschafferDer Strukturschaffer erarbeitet sich die Struktur während des Schreibens. Es gibt meist nur einen groben Plan und der wird nach Gusto verfolgt. Erst einmal wird drauflos geschrieben. Dabei kann es durchaus passieren, dass die Geschichte eine völlig andere Richtung nimmt oder das Thema sich im Verlauf ändert. Der Strukturschaffer ist offen für jede neue Idee. Vorteil: Das freie Schreiben erzeugt da schon Text, wo der Strukturschaffer noch lange plant. Nachteil: Hinterher ist viel Überarbeitung nötig, um dem Text eine angemessene Form zu geben.

 

Beide Schreibertypen sind natürlich Kunstformen und kommen im wahren Schreiberleben in dieser extremen Ausprägung kaum vor. Am Anfang einer Schreibberatung hilft diese Typisierung mir aber, Tendenzen zu erkennen. Ziel ist es dann, mit geeigneten Mitteln und Strategien den Schwerpunkt ein wenig in die Mitte zu ziehen. So muss sich der Schreibende nicht verbiegen und kann sich die Schreibarbeit doch erleichtern: Der Strukturfolger wird ein bisschen „freier“ und der Freigeist ein bisschen zum Planen verleitet.

In diesem Sinne …

Viele Grüße und bis denne Eure BeraTina