Warum nicht mal in Spanisch?

Seit Monaten mühe ich mich redlich, Spanischkenntnisse zu erwerben und meinen spanischen Wortschatz inklusive diverser Grammatikregeln zu erweitern. Leider ist jetzt Winter-Weihnachts-Pause und die Dozentin vermutlich schon im Flieger Richtung Andalusien.

Bis zur nächsten Unterrichtsstunde ist es  noch eine Weile hin und bis zum nächsten Urlaub sowieso. Um auch ein bisschen praktischen Nutzen aus den neu erworbenen (rudimentären) Sprachmöglichkeiten zu ziehen, habe ich mich hingesetzt und ein Weihnachtsgedicht in Spanisch verfasst:

 

Feliz navidad

2016 (c) Martina Decker

el adviento
niños escriben cartas
por Papa Noel
él trae los regalos

el adviento
mercado navideño
salchicha con bollo y
un vino caliente

el adviento
gente zafan sus casas
hacen galletas dulces
luz de vela relumbra

todos esperan
al noche de paz y amor

 Das  Gedicht ist einfach und es zeigt: Auch mit wenigen Fremdsprachenkenntnissen lassen sich kleine Texte erstellen. Ich habe mich auf meinen vorhandenen Wortschatz beschränkt,  ein bisschen im Wörtbuch geblättert und über die ein oder andere Verbform nachgedacht.

Von daher bin ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Allerdings ist dieses Weihnachtsgedicht – je länger ich darüber nachdenke – tonal und inhaltlich und vom Rythmus ein eher traditionelles, deutsches Weihnachtsgedicht: Still, ruhig, eine Stimmung beschreibend, wie man sie sich  unter „Weihnachten“ vorstellen möchte.

Ich glaube, eine spanische Autorin hätte das Ganze temperamentvoller geschrieben. Der Gedanke kam mir, als ich gestern durch die Fußgängerzone geschlendert bin. Eingangs ein Trompetenspieler mit klammen Fingern. „Vom Himmel hoch ….“ tönte es aus seiner Ecke und einige Menschen standen andächtig und lauschten.  Ein paar Meter weiter eine vielleicht peruanische Musikertruppe. „Feliz navidad“ – man war beinahe gezwungen, fröhlich mitzuschwingen. Zweimal Weihnachtsmusik – und ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Wobei ich wieder bei der Schreibberatung wäre: Ein Text ist mehr als Worte und Sätze. Er transportiert Stimmungen, Emotionen und das Leben. Traditionen, Gewohnheiten, Bräuche – sie sind ebenso ein Puzzleteil des „perfekten“ Textes wie die richtigen Worte, die richtige Grammatik oder das richtige Genre.

In diesem Sinne Euch allen noch einen schöne Adventszeit  viele Grüße Eure BeraTina