Wenn das Schweigen spricht

BeraTina berichtet über beredtes Schweigen und ihre Herangehensweise

Beredtes Schweigen

Das Wort „beredt“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen (sagt der Duden). Es bedeutet redegewandt, überzeugend darlegen oder eloquent.
Im übertragenen Sprachgebrauch sagen irgendwelche Dinge oder Handlungen, Gesten etc. viel über irgendetwas aus; sie werden als besonders eindrucksvoll oder vielsagend empfunden.

Eine Challenge-Aufgabe

In diesem Sinne kann auch ein Schweigen mehr sagen oder ausdrücken als 1000 schöne Worte. Dachte sich wohl auch der Leiter der Video-Challenge, an der ich aktuell teilnehme und bat alle,  ein ca. 2 minütiges Video zu drehen, in dem wir aktiv schweigen.

Zur Erläuterung: In dieser Challenge geht es (wohl nicht nur) für mich darum, die mehr oder weniger unbegründete Aversion einer Kamera gegenüber in eine gelingende Partnerschaft zu transformieren.
Bisher – und das geht ja vielen so und darum überhaupt erzähle ich das – meide ich Kameras vorzugsweise. Die Gründe sind vielfältig, weder neu noch besonders:

  • Ich mag mich nicht hören
  • ich mag mich nur ungern selbst angucken
  • ich finde immer irgendwo etwas, das ich doch eigentlich hätte besser oder anders machen können. Dinge, die andere oft überhaupt nicht bemerken oder die ihnen überhaupt nicht wichtig scheinen.
  • Ich sehe einfach alles 🙂 ! Das nicht aufgeräumte Bücheregal im Hintergrund; die Spinne, die sich in der hintersten Ecke eigerichtet hat; eine offene Tür …

Ich denke, das Problem ist bekannt 🙂 und damit zur Genüge dargestellt.

Verdammt lange zwei Minuten

Selbstredend, dass ich erst einmal ein wenig in mich gegangen bin. Ich habe lange überlegt, wie ich beredt schweigen könnte. Ergebnis: Keine Ahnung!

Ein erster mutiger Testlauf nach dem Motto “ Einfach mal die Klappe halten“ zeigte vor allem eines: 2 Minuten sind verdammt lang! Und das Wesen dort auf dem Bildschirm schien eher aus Wachs gegossen. Oder aus Stein gemeißelt. Oder … jedenfalls nicht lebendig!
Angestrengt starrer Blick. Die Schultern straff, Bewegung nur in den von Zeit zu Zeit minimal zuckenden Mundwinkeln, dem Auf und Ab des Kehlkopfes und dem mehr oder weniger gleichmäßigen Öffnen und Schließen der Augenlider.

Der kleine Trick

Ich denke zielorientiert. Meistens. Und immer, wenn es darauf ankommt. Ziel ist ein Video, auf dem ich beredt schweige. Zeit für Selbstbefragung:

  • Wann schweige ich?
  • Warum schweige ich?
  • Wo schweige ich?

Antworten:

  • wenn ich (intensiv) nachdenke
  • wenn ich zuhöre
  • wenn ich alleine mit mir und einer Aufgabe bin
  • wenn andere reden

Die Lösung

Mit den Antworten bin ich dann in die Vollendung des Schweige-Videos gestartet. Mit einer fiktiven Gesprächs-Szene im Kopf aus einer Erstberatung. Denn da ist Zuhören ganz besonders wichtig für mich.
Ich erfahre Einzelheiten zum Menschen, der vor mir sitzt.
Ich erfahre seine Ziele hinter der Schreibaufgabe.
Ich erfahre seine Beweggründe, mich überhaupt zu involvieren.
Ich erfahre …. einfach viel durch mein aktives Zuhören.

Erkenntnisse

Gleichzeitig erfährt mein Gegenüber ganz viel von mir – meine Mimik reagiert auf den Text, auf Informationen und auf das allgemeine Miteinander. Ich kann ohne Worte Verwunderung, Überraschung oder Unbill ausdrücken. Und man kann auch erkennen, ob ich wirklich zuhöre oder ob meine Gedanken nicht vielleicht schon beim nächsten Urlaub weilen.
Wichtige Erkenntnisse, die vielleicht nicht neu sind, aber hier noch einmal bei der Selbstbetrachtung in den Vordergrund kamen.

Erfolg

Der eine oder die andere erinnert sich vielleicht noch an den Beitrag Mein Ziel – mein Erfolg, in dem ich auch die vermeintlich kleinen Erfolge feiere. Genau aus dieser Argumentation heraus feiere ich heute und hier mein erstes öffentliches Video .

Hör mir beim Schweigen zu

Wer mir zuhören möchte, wie ich denen zuhöre, die zu mir in Beratung kommen, die sich mir mit was auch immer anvertrauen oder mir einfach etwas erzählen:

Ein Klick aufs Bild bringt euch zum noch nicht gelisteten YouTube – Video.

Wer das kommentieren möchte: Herzlich gerne!  Aber bitte kommentiert hier auf dem Blog. (Unter dem Video geht es aus gutem Grund nicht.) 

BeraTina das neue Foto mit dem Link zum beredt Schweigen

PS: Und weil ich mich damit jetzt eh schon mehr als sonst gezeigt habe, habe ich diesen Beitrag auch gleich noch mit zwei neuen Fotos von mir bestückt. Mit anderen Worten: Ich bin heute ziemlich (über)müutig

Herzliche Grüße Eure BeraTina

 

 

 

Kategorie Hilfreiches für Text und Textarbeit
Autor

berufliches - akademisches - kreatives- biografisches Schreiben Coaching - Texterstellung - Textoptimierung Kurzgeschichten und mehr... "Wolfskind" - Ein Roman nicht nur für Bad Kreuznach "Auch Schmetterlinge können sterben" - mein Liebesroman 2017 "Lesen & Lauschen - Märchenhaftes" - Märchengeschichten für Groß und Klein mit Illustrationen von Nina Decker

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